Drei Künstlerinnen, drei Dimensionen

von Redaktion

Ausstellung beim Kunstverein Bad Aibling noch bis 11. Mai zu sehen

Bad Aibling – Carina Schreiner, Annette Doberstein und Brigitte Schneider eröffnen den Reigen regionaler Künstler, die zum Anlass des 75-jährigen Bestehens des Kunstvereins Bad Aibling in der Galerie im Alten Feuerwehrgerätehaus bis zum Jahresende ausstellen werden. Alle drei leben und arbeiten in Bruckmühl und fanden vor vielen Jahren den beglückenden Weg in die eigene Kreativität.

Gemeinsame
Hängung

Carina Schreiner und Annette Doberstein verbindet zudem die Ateliergemeinschaft im Künstlerhaus Bad Aibling. Sie stellen gemeinsam als „2.do.art“ aus. Bei der aktuellen Ausstellung in der Galerie des Kunstvereins kombinierten sie bei der Hängung absichtlich ihre Werke untereinander – wer die Ausstellungsliste nicht sieht, kann sie nicht klar voneinander unterscheiden.

Für beide beginnt der Schaffensprozess mit der Auswahl der Farbe, die zur momentanen Stimmung passt. In den informell entstehenden Schichten aus Acrylfarbe, Pigmenten, Asche, Steinmehlen und Papieren können auch mal Figuren auftauchen. Der Betrachter kann eintauchen und seinen eigenen Empfindungen nachspüren, Bildtitel wie „teer.schwarz.schwer“, „das Blau nährt das Rot“ oder einfach nur „mixed media“ eröffnen gedankliche Perspektiven. Für beide Künstlerinnen ist der Malprozess nie beendet – in einer anderen Stimmungslage kann ein Werk weiter überarbeitet werden.

Umgeben von diesen Farbwerken ragt eine Installation von Brigitte Schneider tief in den Raum. Auf einem etwa 15 Meter langen, schwarzen Gazestreifen sind schwarz-weiße Fotografien von Händen geheftet, die eine beschützend-haltende Form einnehmen. Am Ende des Stoffes liegt ein Gefäß aus Bronze, das sich als Abguss der Innenfläche der Hände von Brigitte Schneider herausstellt, mit dem Titel „In meinen Händen“. Der Titel der gesamten Installation heißt „Was bleibt?“.

Daneben hängen an Bändern von der Raumdecke zart fließende Skizzen von organischen Formen und Bäumen. Auf einem Podest sind Mappen mit Landschaftsskizzen und Schmuckentwürfen ausgelegt; auf weiteren Podesten Schmuckstücke aus geschwärztem Silber, Kupfer und Edelsteinen. Brigitte Schneider sagt dazu: „Zeichnen und dabei feine Linien über das Material ziehen. Auf Papier, Holz oder Metall. Mal wird es Schmuck, mal eine kleine Skulptur, mal grafische Arbeiten auf Papier.“

„Fließende Linien,
ruhende Augen“

Ihr Motto „fließende Linien, ruhende Augen“ ist die Basis ihres meditativen Zeichnens, das ihr neben dem Beruf als Produktdesignerin als Kraftreservoir dient und sie mittlerweile auch in Kursen weitergibt.

Der Lebensweg von Carina Schreiner, ausgebildete Wirtschaftsingenieurin, ist nicht unähnlich. Seit 15 Jahren praktiziert sie ein therapeutisches Coaching für Familien. Alle drei Künstlerinnen bieten dem Besucher eine wunderbare Gelegenheit, für eine kleine Weile innezuhalten, Farben und Formen auf sich wirken zu lassen.

Bis 11. Mai

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