Hercule Poirot löst das Rätsel

von Redaktion

Spannende Inszenierung von „Mord im Orient Express“ feiert Premiere im Tam-Ost

Rosenheim – Es ist schwer, einen Krimi zu inszenieren, dessen Mörder (fast) jeder schon vor Beginn der Aufführung kennt. Umso erstaunlicher und lobenswerter die fesselnde Inszenierung „Mord im Orient Express“ durch Regisseur Alexander Zinn, seiner Assistenz Mirjam Bertagnolli und Birgit Herzig, nebst dem Ensemble des Tam-Ost.

Minimalistisches
Bühnenbild

Mit einem minimalistischen Bühnenbild – Koffer, Spiegel und Kästen – und interessanter Lichttechnik gelingt es den großartig spielenden Akteuren von Anfang an, den weltbekannten Bestseller und Filmhit von Agatha Christi spannungsgeladen, amüsant, unterhaltsam und dramatisch auf die Bühne zu bringen. Auch wenn er keinen Schnurrbart zum Zwirbeln hat, verkörpert Gerd Niedermayer perfekt den stets ruhigen, überlegten Detektiv Hercule Poirot, der durch seine gute Beobachtungsgabe, sein Kombinationsvermögen und seinen Spürsinn in knapp zwei Stunden Spielzeit den kniffligen Fall souverän löst.

Er lässt sich auch nicht von seinem alten Bekannten Signor Bianchi (Thomas Terpetschnig), Chef des legendären Zuges, aus der Ruhe bringen, der mit „Puff, und schon ist der Fall gelöst“, alle übrigen Passagiere nach dem Mord an dem unsympathischen Mr. Ratchatt (Matthias Nitz) als potenzielle Täter sieht. Ebenso amüsant spielt Ninette Sellmair die mannstolle, trinkfreudige Amerikanerin Helen Hubbard, die als allein reisende Dame selbst dem braven Schaffner Pierre (Arnd Schöfer) Avancen macht.

Mit auf der Reise sind zudem das heimliche Liebespaar Mary Debenham (Dagmar Deisenberger) und Oberst Arbuthnot (Oliver Majer-Trendel), Graf und Gräfin Andrenyi (Christian Matuschka und Julia Plank), Prinzessin Dragomiroff (Birgit Schier) nebst Gesellschafterin (Gaby Tachakor), die frömmelnde Missionarin Greta Ohlsson (Elke Drewing) sowie die Angestellten Ratchetts Hector MacQueen (Frank Magener) und Mr. Beddoes (Eike Kohlstedt).

Nach dem Mord stellt sich Poirot von Anfang an die Frage: „Warum hat sich Ratchett nicht gewehrt?“ Und: „Was hat der Mord mit dem Fall Daisy Armstrong zu tun?“.

Halbwahrheiten
und Ausflüchte

Von den zwölf Zuginsassen bekommt der Detektiv „in der Nacht der falschen Spuren“ nur Halbwahrheiten, ausweichende Antworten und verwirrende Beweismittel präsentiert. Bei einem dramatischen Gänsehautfinale kommen die tragischen Hintergründe ans Licht. Ob Poirot seinem Motto „Wer das Gesetz bricht, muss dafür büßen“ treu bleiben kann? Am besten selbst erleben.

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