Die Freiheitsstatue strahlt in E-Dur

von Redaktion

Die Innphilharmonie Rosenheim mit Musik von Dvorák und Rutter

Rosenheim – Andreas Penninger, der musikalische Leiter der Innphilharmonie Rosenheim, gerät sofort ins Schwärmen, wenn er befragt wird, warum er gerade diese Musik für das Frühjahrskonzert ausgewählt hat: die Symphonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvorák und das „Magnificat“ von John Rutter. Schon seit 20 Jahren fiebert er, diese Dvorák-Symphonie aufführen zu dürfen.

Er fragt sich dabei, warum ihr der Beiname „Aus der Neuen Welt“ zugelegt wurde, da doch keine einzige Melodie aus Amerika nachzuweisen sei. „Ich empfinde diese Symphonie als musikalische Reise in die Neue Welt“, meint er und interpretiert die vier Sätze als Reiseabschnitte: Der erste Satz sei die Überlegung, ob er reisen solle und dann die Überfahrt nach England, der zweite Satz ist schon auf dem Schiff mit dem wehmütigen Gedanken, was er zurücklasse, der dritte Satz mit vielen böhmischen Melodien zeige, was er zurücklasse, und der letzte Satz meint: „Jetzt geht es los!“, die Musik wirke wie die sich schneller drehenden Schiffsschrauben.

Dabei findet er weitere bildkräftige Beschreibungen: Das Horn setze im Kopfsatz ein, „wie wenn jemand anklopft“, das strahlende E-Dur am Schluss sei, als sehe Dvorák die amerikanische Freiheitsstatue.

Es sei auch eine Herausforderung für das Orchester der Innphilharmonie, das habe die Herausforderung aber „sehr positiv“ und „mit großem Enthusiasmus“ aufgenommen, weil die Geiger hier endlich mal mit vollem Strich spielen dürfen und „es mal gut sausen lassen“ können. „Wir haben ziemlich viele neue junge Musiker und Musikerinnen bekommen“, freut sich Penninger, „wir haben sehr viel gearbeitet und es macht allen totalen Spaß“.

Warum verknüpft Penninger mit dieser Symphonie gerade das „Magnificat“ von John Rutter? „Noch mal was großes Romantisches dazu wollte ich nicht machen“, sagt Penninger. Er mag die Musik von Rutter, weil sie sehr farbenreich, gut gestaltet und qualitativ hochwertig sei. Es wird die Kammermusik-Version gespielt, die den Chor „nicht so auspowert“, meint Penninger. Die Rhythmik sei kompliziert, weil Rutter mit 5/8- und 7/8-Takten spielt. „Das ist etwas schwierig für die alpenländische Region“, lacht Penninger, aber er erklärt, dass es sich wie ein Zwiefacher ausgehe. „Ich sage immer: Wenn man’s nicht tanzen kann, kann man’s nicht musizieren!“ Es sei gleichsam eine zweifache Reise aus der und in die Neue Welt. „Wir sind jetzt einfach heiß drauf, wir wollen es endlich liefern!“, strahlt er. RAINER W. JANKA

Konzert am Sonntag

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