Grassau – PJKO – dieses Kürzel steht für „Puchheimer Jugend-Kammerorchester“. Gegründet vor über 30 Jahren durch Simone Burger-Michielsen und Peter Michielsen, bildet das Orchester in Puchheim talentierte Streicher zwischen zwölf und 19 Jahren im Ensemble-Spiel aus. Die jungen Musiker bringen bereits eine gründliche Vorbildung mit und weisen Erfolge auf, zum Beispiel in Einzelwertungen bei „Jugend musiziert“ auf Bundesebene.
Das PJKO gehört zu den führenden deutschen Jugendorchestern und ist mehrfacher Gewinner wichtiger Preise wie den Deutschen Orchesterwettbewerb, dem Bayerischen Staatspreis für Musik oder den Tassilo-Preis. Etwa 30 Prozent ihrer Absolventen haben die Musik zum Beruf gemacht oder sind auf dem Weg dahin. Alle jedoch profitieren dank der individuellen künstlerischen Förderung und der Erfahrungen in Projektarbeit, bei Konzertreisen und Wettbewerbsteilnahmen.
Zusätzlich zum Orchester gibt es seit zehn Jahren die Puchheimer Streicherakademie, die begabte und besonders interessierte junge Geigerinnen und Geiger gezielt fördert und auf ein Musikstudium vorbereitet.
Mit der Grassauer Sawallisch-Stiftung gibt es mehrere Schnittpunkte. Der frühere Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Paul Bischof, und seine Frau Ursula, die organisatorische Leiterin des PJKO, halten die Verbindung zwischen beiden Einrichtungen aufrecht. So konzertieren die jungen Puchheimer auch immer wieder in Grassau.
Heuer fand kürzlich unter der Leitung des Ehepaars Michielsen ein Meisterkurs für neun Mitglieder der Puchheimer Streicherakademie statt. Pianistin Ayumi Janke trug mit ihrer hervorragenden und empathischen Begleitung am Klavier viel zur Unterstützung der Schüler bei. Und diese boten in ihrem Abschlusskonzert in der Sawallisch-Villa ein Feuerwerk an anspruchsvoller Literatur für Geige, über das das zahlreiche Publikum nur staunen konnte. Als Beispiel sei das Spiel der vierzehnjährigen Esther Uhlmann genannt, die ihr großes Können mit dem stürmischen letzten Satz des Wieniawski-Konzerts in d-Moll op. 22 zeigte. Eine hervorragende Leistung.
Zusätzlich zu den solistischen Darbietungen traten die neun Puchheimer Akademisten auch als Ensemble auf, was ihr Können hinsichtlich Orchesterarbeit zeigte. Das Konzert wurde eingerahmt von einem gemeinsam gespielten, fünfstimmigen Paganini-Stück für Violine und drei kurzen schwungvollen Stücken von Schostakowitsch – hier war ein geschulter, schon harmonischer Klangkörper zu hören.
So zeigte sich das PJKO als wertvoller Mosaikstein im gesamten Tableau musikalischer Musikförderung, derer sich auch die Wolfgang-Sawallisch-Stiftung befleißigt: Sie setzt bereits bei den Voraussetzungen für den Zugang zur Musik an und sucht neben ihrer Akademie-Arbeit den Kontakt zur Musikschule Grassau, zu ihren Zweigstellen und zu den Schulen in der Region. Damit erhält kulturelle Bildung eine wertvolle Basis. Uta Grabmüller