„Durch Verwechslung zur Klarheit“

von Redaktion

Kästner-Texte und Tschechow-Stücke

Bad Aibling – In der Kulturgalerie im Telekomgebäude fand unter dem Titel „Durch Verwechslung zur Klarheit“ ein facettenreicher Theaterabend mit zwei Stücken von Anton Tschechow sowie Gedichten von Erich Kästner statt. Auf der Bühne standen Nikolaus Kollmansberger, Anna Gelder, Matthias Stoib und Regina Hamberger.

Was auf den ersten Blick wie eine ungewöhnliche Kombination wirkt – Tschechow und Kästner – entpuppte sich als stimmige Inszenierung mit feinem Humor und Tiefgang. Regisseur und Moderator Richard Lindl eröffnete den Abend mit Goethe-Zitat: „Wo sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, sich gewöhnlich für ein Ganzes hält.“

Regina Hamberger beeindruckte mit ihrem ausdrucksstarken Vortrag verschiedener Gedichte von Erich Kästner und übernahm zugleich die Regieassistenz. Mit dem Gedicht „Einsamkeit“ führte Anna Gelder als Ivanova Popova in Tschechows Stück „Der Bär“ ein. Die verwitwete Popova hat sich in ihrem Haus vergraben und will niemanden sehen. Hausdiener Luka (Nikolaus Kollmansberger) versucht, sie zur Rückkehr ins Leben zu bewegen. Als überraschend der Gutsherr Smirnow (Matthias Stoib) erscheint und auf die Begleichung einer Schuld pocht, eskaliert die Situation – beinahe bis zum Pistolenduell.

Streit endet fast
im Herzinfarkt

Nach einer kurzen Umbaupause folgte Tschechows Farce „Heiratsantrag“. Gutsbesitzer Stephanovic Cubokof (wieder Matthias Stoib) kämpft auf der Bühne zunächst mit einer Fliege, bis der nervöse Ivan Vasiljevic Lomov (Nikolaus Kollmansberger) um die Hand von Natalja bittet – allerdings so unbeholfen, dass sich ein absurd-komischer Streit entwickelt, der fast im Herzinfarkt endet. Der wechselhafte Dialog, die Missverständnisse und die exzellente Mimik sorgten für viele Lacher im Publikum. Bemerkenswert war die Wandlungsfähigkeit der Darsteller.

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