Frack, Fliege und Filmgeschichte

von Redaktion

Interview Manfred Stecher über eine Hommage an Werner Richard Heymann

Rosenheim – Mit ihrem neuen Album „Als ich neulich durch München ging“ widmen sich The Munich Harmonists einem der bedeutendsten Filmkomponisten des 20. Jahrhunderts: Werner Richard Heymann. Ensemblegründer, Schauspieler und Sänger Manfred Stecher aus Rosenheim erzählt im Gespräch, warum diese Musik heute aktueller ist denn je – und was ihn persönlich mit Heymann verbindet.

Wie entstand das Projekt?

Ich bin seit Jahren mit Heymanns Tochter Elisabeth befreundet. Als ich ihr von unserer Idee erzählte, war sie begeistert.

Die Lieder ihres Vaters sind zeitlos – wir wollten ihnen ein neues, stilvolles Gewand geben.

Was ist das Besondere am neuen Album?

Wir haben eigene Bearbeitungen gemacht – unser Pianist Oliver Hahn hat die Musik eigens für unsere fünf Stimmen komponiert. Das gab es so noch nie. Die Titel sind vertraut, aber in einem neuen Klangbild.

Warum heißt das Album „Als ich neulich durch München ging“?

So beginnt das Lied „Elisabeth“, das Heymann seiner Frau widmete, als er 1951 aus dem Exil zurückkehrte. Wir fanden, das passt – biografisch, musikalisch und emotional.

Gibt es persönliche Favoriten?

Ja, „Das gibt’s nur einmal“ und „Wenn der Wind weht“. Beide Lieder sind berührend und sensibel – gar nicht so leicht, sie so zu singen, dass sie leicht bleiben, aber doch einen kleinen Stich im Herzen hinterlassen.

Haben Sie eine besondere Anekdote zu einem Lied?

Als Kind habe ich Paul Hörbiger in einem alten Film „Ein Stück vom Himmel“ singen hören – das hat mich nie losgelassen. Und jetzt darf ich dieses Lied auf dem neuen Album solo singen. Das macht mich sehr glücklich.

Was hat Sie an Heymann besonders beeindruckt?

Er war einer der wenigen jüdischen Künstler, die nach dem Krieg zurückkamen. Trotz allem.

Er hat sein Land geliebt – aber hatte auch klare Grenzen. Das zeigt Größe und Würde.

Hat diese Musik Ihre künstlerische Identität geprägt?

Ja. Ich habe diese Lieder schon als Kind geliebt. Die Filme, der Stil, der Klang – das war immer meine Welt. Seit meiner Rolle als Harry Frommermann 1997 lässt mich diese Musik nicht mehr los.

Interview: Susanne Grun

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