Erler fiebern der Passion entgegen

von Redaktion

Vorfreude auf die Premiere am Sonntag – Über 500 Mitwirkende

Erl – Am Sonntag, 25. Mai, um 13.30 Uhr beginnen die Passionsspiele Erl, die im Sechs-Jahres-Rhythmus gespielt werden. Jüngst gab es die letzte Pressekonferenz im Passionsspielhaus dazu. Da saßen sie nun vor der Riesentreppe, diejenigen, die die Passionsspiele 2025 verantworten, und stellten ihre Arbeit vor, moderiert vom Obmann des Passionsspielvereins, Karl Anker.

Symbol für
die Unendlichkeit

„Erl erfindet sich immer neu“, sagte der Spielleiter Peter Ester und gab einen kurzen Rückblick auf die Arbeit der vergangenen Jahre mit circa 80 Proben der über 500 Mitwirkenden, beschienen von über 150 Scheinwerfern.

Die Bühne mit der Riesen-Himmelstreppe in die Berge habe anfangs alle überrascht, sei aber vielfältig zu bespielen. Nach der letzten Passion 2019 hätten alle Bedenken gehabt, die Qualität behalten zu können – Gottseidank zu Unrecht, meinte Esterl.

Der Bühnenbildner Hartmut Schörghofer, der sich diese Riesentreppe ausgedacht hatte, erklärte: „Die Treppe kommt aus dem Nichts und geht ins Nichts – sie ist ein Symbol für die Unendlichkeit.“ Sie durchschneidet diagonal den Raum und bietet mit verschiebbaren Podesten viele Spielmöglichkeiten. Die zersplitterten Berge rechts können sich öffnen und schließen und sind auch transparent. Sie ermöglichen es, das Orchester, wenn nötig, zu verdecken.

Juliana Herold ist die Gewandmeisterin der benachbarten Tiroler Festspiele Erl und ist hier für die Kostüme verantwortlich. Kurz vor Weihnachten war sie erst dafür eingesprungen. Sie möchte die einzelnen Gruppen durch Farben differenzieren.

Die Bühnenmusik hat Christian Kolonovits komponiert. Sein Zugang sei „cinemascopisch“ zu sehen, inspiriert durch die vielen Bibelfilme. Sie sei filmmusikalisch durchkomponiert und effektvoll gedacht und bilde gleichsam eine zweite Spiel-Ebene. Ein kurzes Hörbeispiel vom Verrat des Judas demonstrierte es: Zum Dialog des Judas mit den Hohepriestern erklang effektvolle und monumentale musikalische Untermalung. Auf Nachfrage sagte er, seine Musik sei christlich geprägt, sie sei Musik, die die Menschen zum Weinen und auch zum Lachen bringe. Sie enthalte „kein zwölftöniges Geklirre“, sondern Folklore, hebräische Volksmusik und auch Tanzmusik und sei einfach „bunte Musik“.

Großes Lob für
die Schauspieler

Der Regisseur Martin Leutgeb erzählte zuerst, wie er in einem Supermarkt 24 gelbe Decken für die Hohepriester gekauft habe, weil die Farbe ihm so ins Auge gesprungen sei. Er betonte: „Ich bin ja Christ!“ und lobte dann ausgiebig die Amateurschauspieler: „Das ist ein Ensemble, das sich wirklich sehen lassen kann.“ Dabei wurde er kurzfristig ganz gerührt, dass ihm die Stimme versagte. Dann versprach er aber prononciert: „Das ist ganz, ganz großes Theater!“

Weitere Informationen und Karten gibt es unter www.passionsspiele.at.

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