Bad Aibling – „Konstante:Veränderung“ – so titeln die beiden Malerinnen Gutta Lageder und Frauke Sohn ihre aktuelle Ausstellung in der Galerie „Villa Maria“. Ein Titel, der klingt wie ein philosophisches Paradox, aber ziemlich gut das trifft, was uns alle betrifft: Veränderung ist die einzige Konstante im Leben und in der Kunst.
Gutta Lageder ist bereits zum sechsten Mal Gast in der „Villa Maria“ und hat diesmal ihre Kollegin Frauke Sohn eingeladen, zusammen mit ihr auszustellen, weil sie eine thematische Verwandtschaft zwischen ihren Arbeiten sieht: Beide beschäftigen sich mit dem Prozesshaften, dem Wandel, dem Übergang.
Frauke Sohn hält Erscheinungsformen von Landschaften fest: Wasser, Wolken, Berge. Sie sagt: „Das Meer ist Fläche, Tiefe, Resonanzboden für Licht, Wind und Wolken.“ Das klingt poetisch – und sieht auf Leinwand genau so aus.
Auch Gutta Lageders Malthema ist das Prozesshafte: das Vergehen, das Fließen und die erkennbaren Spuren, die all das hinterlässt. Ihre Bilder entstehen nicht nach Plan, sondern entwickeln sich in der künstlerischen Arbeit. Form, Farbe, Material sind immer ein Dialog mit dem Objekt – und mit sich selbst.
Gutta Lageder hat einen spannenden Ausbildungsweg: Studium der Grafik und Malerei in Wien und Perugia, später ein Bühnenbildstudium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Sie arbeitete als Bühnenbildnerin für renommierte Theater. Seit 1992 ist sie freie Malerin mit Ausstellungen in Düsseldorf, Hamburg, Wasserburg, Bruckmühl und hier in der Villa Maria. Kunst ist für Lageder ein Mittel, um die eigene Sicht auf die Welt zu begreifen – und sie anderen mitzuteilen. Das gilt auch für die Arbeiten von Frauke Sohn. Zwei Künstlerinnen, zwei Blickwinkel – ein Thema.