Ausdrucksstärke und federnde Leichtigkeit

von Redaktion

Herbert Schuch und Mirijam Contzen brillieren im Schlosssaal von Neubeuern

Neubeuern – Der Pianist Herbert Schuch und die Geigerin Mirijam Contzen sind ein wunderbar harmonierendes Duo. Mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterten sie das Publikum im Schlosssaal von Neubeuern. Contzen und Schuch spielten Werke von Mozart, Brahms, Alexander von Zemlinsky und Franz Schubert.

Klangschönes
Andante

Zu Beginn erklang die Sonate für Violine und Klavier in B-Dur KV 454 von Mozart. Nach einer langsamen Einleitung und einem klangschönen, tiefsinnigen Andante spielten die beiden das konzertante Allegro mit Frische und Lebhaftigkeit. Innig und ernst strömte das folgende Andante, in dem beide Interpreten einen bezaubernden musikalischen Dialog führten. Das abschließende Allegretto mit seiner Fülle von fantasievollen Einfällen interpretierten Schuch und Contzen voll federnder Leichtigkeit.

Weil Brahms laut Schuch eine Parität zu Mozart bilde, folgte danach statt Zemlinsky zunächst die Sonate Nr. 2 in A-Dur op. 100 von Johannes Brahms. Schuch und Contzen machten die Komposition zu einem geistigen Genuss. Träumerisch verklärt mit zartem Vibrato und klangsatter Farbigkeit spielte das Duo das Allegro amabile. Im Wechsel von Klavier und Violine erklang das melodische erste Thema. Nach vielfältigen Variationen mit leisen Triolen ertönte ein andachtsvolles Andante tranquillo, das mit dem Vivace in spannungsreichem Gegensatz stand. Im Finale, dessen lyrischer Grundton gefangen nahm, berührten der warme, sonore Gesang der Violine und der perlende Ton des Klaviers.

Nach der Pause mit dem herrlichen Blick von der Schlossterrasse auf die Bergwelt des Inntals spielten Schuch und Contzen die Serenade für Violine und Klavier in A-Dur von Alexander von Zemlinsky. Das Frühwerk Zemlinskys hat mit der späteren Neuen Musik nichts zu tun. Eher steht die Serenade noch in der klassizistischen Tradition, die Zemlinsky am Konservatorium in sich aufgesogen hatte: Von Mozarts Serenaden über Schubert bis zu Johannes Brahms.

Mal mit zarten Pizzicati, dann wieder kraftvoll und schwelgerisch, waren die fünf Sätze im Genre-Stil abwechslungsreich und virtuos und erinnerten bisweilen an anspruchsvolle Salonmusik.

Vielfältig
verwobene Themen

Ausdrucksstark spielten Schuch und Contzen die vielfältig verwobenen Themen der C-Dur-Fantasie von Schubert mit ihren endlos langen Melodiebögen. Elegisch ertönte das Andante molto, echoartig beantwortete die Violine das Klavier im Allegretto. Nach den stimmungsvollen Andantino-Variationen und dem mit zarten Pizzicati grundierten Allegretto fesselte die Dramatik der abschließenden Stretta. Als Dank für den begeisterten Beifall spielten Contzen und Schuch noch zwei an Brahms angelehnte spätromantische Stücke von Ernst von Dohnányi.

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