Rosenheim – Robert Schumanns Klavierquintett Es- Dur und Antonin Dvoráks Klavierquintett A-Dur zeigen exemplarisch die Vielfalt romantischer Kammermusik. Sie fordern ein Ensemble heraus, nicht nur technisch brillant zu musizieren, sondern auch stilsicher und fein zu differenzieren. Chanelle Bednarczyk (Violine), Cora Stiehler (Violine), Thorsten Köpke (Bratsche), Katja Labbow (Violoncello) und Olga Hahn (Klavier) haben diese große Herausforderung, für beide Werke hintereinander, fabelhaft gemeistert.
Die exzellente Kommunikation von Piano und dem Streichensemble AroC ließ bereits im ersten Satz von Schumanns „Allegro brillante“ die Lebendigkeit und Unmittelbarkeit dieses Musikvormittags erahnen: starke Akzentuierung und ein sensibler Anschlag des Pianos beim lyrischen Seitenthema, mit dem dann folgenden rasanten Verlauf des ersten Themas. Auffallend waren dabei die sich wunderbar einfügenden „Solostellen“ der Streicher in der Form eines feinsinnig abgestimmten Zusammenspiels aller Musiker und ein sehr souveräner, von musikalischer Frische geprägter Klavierpart.
Dvoráks Klavierquintett mit seinem Dumka-artigen zweiten Thema des ersten Satzes, melancholisch und tänzerisch zugleich, ist ein beredtes Beispiel für die volksmusikalischen Elemente von Dvoráks Musik. Hervorzuheben sind die wunderschönen Oberstimmen der Geigen, denen die entfesselt davoneilenden Klavierpassagen folgen. Die Dumka des zweiten Satzes ist ein stimmungsvolles Wechselspiel zwischen lyrischer Nachdenklichkeit und tänzerischer Leichtigkeit mit nuancierter Gestaltung und warmen Tönen. Das Ensemble hat diesen einzigartig schönen Satz mit einer starken Versenkung und Verinnerlichung zum Klingen gebracht. Auch beim „Finale allegro“ überzeugten die Musiker mit eleganter Linienführung und überschäumender, aber kontrollierter Dynamik. Die Matinee hinterließ den Eindruck von Hingabe, Passion und Musizierfreude aller beteiligten Musiker – wie schön! Michael Regehr