Stilistischer Brückenschlag

von Redaktion

„Junge Tenöre“ zünden ein musikalisches Feuerwerk in der Kulturmühle

Bruckmühl – Musik berührt – besonders wenn sie von den „Jungen Tenören“ kommt. Bei deren Akustikkonzert in der Kulturmühle erlebten die Besucher einen kunstvollen, klassischen, unterhaltsamen und mitreißenden Abend mit jeder Menge Gänsehaut. Ohne Mikro und Verstärker erklangen mit „Wir sind der Lichtstrahl“ und „Capri-Fischer“ die Stimmen der Tenöre gleich zu Beginn und luden zum Mitsummen ein.

Der musikalische Bogen spannte sich dabei von „Mein Herz in deine Hand“ von Richard Wagner über „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens bis hin zu „Bewahre die Hoffnung“ von Florian Schaefer und stellte dabei die klangliche Vielfalt unter Beweis und wie die unterschiedlichen Genres auch klassisch bespielt werden können. Ilja Martin als „Chef“ der Truppe machte dann den Abend zu einem besonderen Erlebnis. Neben dem gesanglichen Teil moderierte er den Abend mit Geschichten aus dem Leben der Sänger mit Humor und gab Einblicke in die Hintergründe der Opern und Arien.

„Haben Sie sich jemals gefragt, wie doof Carmen für einen Tenor ist?, fragte er provokant das Publikum und löste sofort auf: Der Bariton bekommt im Stück die Frau und die bekannteste Arie der Oper. „Ausgleichende Gerechtigkeit ist da, dass der Tenor dann den Bariton umbringt“, scherzte er aus Sänger Sicht über das Werk von Georges Bizet. Schmetternd – von der Bühne und aus den Reihen des Publikums ging es mit dem Chiantilied von Gerhard Winkler in die Pause.

Gerade diese Mischung aus bekannten Melodien, Werken von Strauß („Aber nicht allein“) und Beethoven („Es soll für immer sein“) sowie die teils ins Deutsche übersetzten Texten machte den Abend so besonders. Die drei Sänger Ilja Martin, Carlos Sanchez und Matthias Eger wollen damit Liebhaber klassischer Musik und anspruchsvoller Unterhaltung gleichermaßen ansprechen. Das Repertoire der Jungen Tenöre reicht von klassischen Arien bis hin zu modernen Popinterpretationen – ein stilistischer Brückenschlag. Und dieser kam beim Publikum gut an. Dass der Abend so abgerundet war, dafür sorgten drei weitere Personen: Jan Eschke am Piano, Karsten Gnettner am Bass und Stephan Reiser (Saxophon, Klarinette). Deren Musikalität und Zusammenspiel mit den Tenören bildeten eine besondere Harmonie.

Italiens heimliche Nationalhymne, der Gefangenenchor aus Nabucco, erklang ebenso einfühlsam und puristisch wie das „Grenada“ als Tribut an die großen drei Tenöre Pavarotti, Carreras und Domingo. „Nessun Dorma“. Dass „Time to say goodbye“ alles andere als abgedroschen klingen kann, stellten die drei Tenöre abschließend ebenfalls unter Beweis. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Besucher beim Hinausgehen aus der Kulturmühle „Besame mucho“ oder andere Lieder des Abends vor sich hin summten. Am 21. November 2026 wird es ein Wiedersehen geben, dann mit einem Adventskonzert.

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