Feierliches Konzert im Königsschloss

von Redaktion

1400 Jahre Klosterinsel sind Anlass für Auftritt des Ludwig-Thoma-Chores und der Grassauer Blechbläser in Schloss Herrenchiemsee

Herrenchiemsee – 1400 Jahre Klosterinsel Herrenchiemsee: Dieses Jubiläum wurde mit einem feierlichen Konzert im unvollendeten Treppenhaus des Königsschlosses gefeiert. Ein besonderer Rahmen für ein besonderes Konzert, zu dem die Vereinigung „Freunde von Herrenchiemsee“ geladen hatte. Mit einem besonderen Programm, das der Priener Ludwig-Thoma-Chor zusammen mit den Grassauer Blechbläsern gestaltete. Es umspannte alle Epochen von der Renaissance bis zur Moderne, war mal rein instrumental, dann wieder A-cappella-Gesang und gipfelte im gemeinsam vorgetragenen „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ aus der Oper Tannhäuser von Richard Wagner.

Schon der Auftakt war fürwahr königlich: Die Blechbläser unter der Leitung von Wolfgang Diem begrüßten mit der „Ankunft der Königin von Sabah“ aus dem Oratorium Salomon von Georg Friedrich Händel. Barock pur gab es mit vier Barockposaunen beim „Canon“ von Samuel Scheidt, während die Gavotte aus Richard Strauss Suite B-Dur op. 4 einen bunten Reigen an Gefühlsstimmungen bot. Der „Grassauer Zwiefacher“ (eigens von Jan Koetsiers für die Grassauer Blechbläser komponiert) war rhythmisch herausfordernd, aber dem Lächeln der Bläser nach zu urteilen, bereitete es ihnen Lust und Wonne, diesen Parforceritt zu präsentieren. Nicht minder begeisterten drei Stücke aus der „Carmina Burana“ von Carl Orff: Bei so viel Spielfreude brauchte es keinen Text.

Auch der Ludwig-Thoma-Chor unter der Leitung von Sebastian Weyerer wechselte mühelos zwischen den Jahrhunderten. Sei es Orlando di Lassos „Echo“ und „Landknechtständchen“, das „Wach auf mein Herzens Schöne“ von Walter Rein oder „Mondnacht“ (von Ludwig Thoma, vertont von Sebastian Weyerer): Der Chor zeigte sich gut einstudiert und dynamisch präsent. Aus dem Jahreszeiten-Zyklus „Zwölf Chiemseegedichte“ der Priener Dichterin Sabine Rosenberg gab der Chor vier Stücke zum Besten, alle von Chorleiter Weyerer vertont: Sopranistin Janina Pudenz besang den „Mai am Chiemsee“, Sopranistin Agnes Staber strahlte leicht und transparent über dem „Oktober“-Nebel am Chiemsee, den der Chor musikalisch umschrieb.

Der Juni wartete mit Mückengebrumm und Sonnenstrahlen auf und der Juli war ein farbenfrohes Blütenmeer. Tenor Markus Künzelmann sang sich mit warmem Timbre, einfühlsam am Klavier begleitet von Martina Partsch, und dem Lied „Der Wanderer“ von Franz Schubert in die Herzen des Publikums.

Höhepunkt war zweifellos der „Einzug der Gäste auf der Wartburg“, mit dem Chor und Bläser freudig ihren Gruß erschallen ließen. Die Zugaben fielen da weitaus volkstümlicher aus: Die Bläser stimmten einen Konzertmarsch (aus „Das Schloß“) an, der Chor besang das traurige Schicksal vom „Jennerwein“. Nachhallende Klänge, verstärkt durch das eindrückliche Ambiente aus unbehauenen Ziegelsteinen und den Kunst-Objekten der Ausstellung Königsklasse, die das unvollendete Treppenhaus zieren. Elisabeth Kirchner

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