Prien – „Von Kronberg an den Chiemsee“ – der Titel ist kein Reisetipp, sondern die Überschrift einer Ausstellung im Priener Kronast-Haus. Eine Ausstellung, die sich den Werken von Anton Burger (1824 bis 1905) und seinem Schüler Hugo Kauffmann (1844 bis 1915) widmet. Eine Ausstellung, gemeinsam kuratiert von den Künstlerkolonien Kronberg im Taunus (Dr. Ingrid Ehrhardt) und Prien (Inge Fricke) am Chiemsee.
Auffällige
Gemeinsamkeiten
Ausgangspunkt der Ausstellung bilden rund 25 Kauffmann‘sche Gemälde aus der ursprünglichen Sammlung Abé in Prien sowie Arbeiten Anton Burgers aus der Stiftung Kronberger Malerkolonie. Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen, wie der Neuen Pinakothek in München und dem Städel Museum Frankfurt, runden die Auswahl ab. Die Gegenüberstellung bietet Vergleiche und auffällige Gemeinsamkeiten, zeigt aber auch Unterschiede in der künstlerischen Auffassung der beiden Künstler auf.
Bei Hugo Kauffmann überwiegt das erzählerische Moment. Er skizziert die bayerische Lebensart (wie „Das Fensterln“) und Wirtshauskultur (wie bei „Die Kartenspieler“). Seine Menschen sind durch ihre Umgebung, ihre Kleidung oder die Attribute ihrer Tätigkeit charakterisiert. Sei es „Der musikalische Wirt“ oder die „Junge Bäuerin aus der Ampergegend“.
Auch Anton Burger hat sich der Genremalerei verschrieben. Aber er setzt weniger auf das erzählerische Moment, sondern zeigt den Menschen in der ihn umgebenden Natur. Seien es „Jäger im Winter“ oder die „Kronberger Kerb“, ein ausgelassenes Stimmungsbild. Beide Bilder bestechen durch ihre natürliche Lichtführung.
„Von Kronberg an den Chiemsee“: Der Titel der Ausstellung bezieht sich auch auf den Werdegang Hugo Kauffmanns: Nach dem anfänglichen Unterricht durch seinen Vater Hermann Kauffmann begann Hugo Kauffmann zunächst – wie Anton Burger – sein Studium am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt bei dem Genre- und Landschaftsmaler Jakob Becker. Von 1863 bis 1871 war er Gast im Atelier von Burger in Kronberg, ehe er sich 1872 in Prien niederließ und dort zum Begründer einer Tochterkolonie zu der bereits seit 1828 bestehenden Künstlerkolonie der Fraueninsel wurde. In dem vor den Toren Frankfurts gelegenen Taunusstädtchen Kronberg entwickelte sich mit der Niederlassung Anton Burgers im Jahr 1858 ebenfalls eine bedeutende Künstlerkolonie.
Ein weiteres besonderes Momentum der Ausstellung, denn Kronberg im Taunus und Prien am Chiemsee sind beide Mitglieder von EuroArt, der Vereinigung europäischer Künstlerkolonien. Anlässlich des 200. Geburtstages von Anton Burger sowie des 180. Geburtstages von Hugo Kauffmann haben sie sich für eine gemeinsame Ausstellung – im vergangenen Herbst in Kronberg und nun eben in Prien – zusammengetan. Kein Zufall. Der Name ist Programm: „Von Kronberg an den Chiemsee“.