Musik der Romantik beschließt den „Chiemgauer Musikfrühling“

von Redaktion

Überwältigendes Abschlusskonzert mit dem „Rhapsodie in Gold“ begeistert das Publikum in Kloster Seeon

Seeon – Der Himmel weinte – es regnete den ganzen Tag in Strömen, vielleicht auch, weil der 22. „Chiemgauer Musikfrühling“ schon wieder zu Ende ging: Er endete mit dem Kammerkonzert „Rhapsodie in Gold“ mit Musik der Romantik. Im ausverkauften Festsaal von Kloster Seeon begann es mit dem 1910 geschriebenen Stück „Première rhapsodie“ von Claude Debussy für Klarinette und Klavier. Träumerisch, langsam, verspielt klangen die zarten Klarinettentöne von Thorsten Johanns, am Klavier begleitet von Diana Ketler. Die beiden erzeugten Klang gewordene, reine Poesie. Ebenso romantisch anmutend war die Musik von Antonin Dvoraks „Waldesruhe“ aus seinem Zyklus „Aus dem Böhmerwald“ für Violoncello und Klavier und seine vier romantischen Stücke für Violine und Klavier. Zu hören waren Diana Ketler am Klavier und der junge, in St. Petersburg geborene Aylen Pritchin auf der Geige.

Vor der Pause spielten Ketler und Valentin Radutiu am Cello noch „Kol Nidrei“ von Max Bruch. Das Stück ist eigentlich für Orchester und Cello geschrieben, sodass das Klavier hier gleichsam die Rolle des Orchesters übernahm. Der Titel „Kol nidrei“ („alle Gelübde“) ist ein Gebetsspruch, der vor dem Abendgebet des Versöhnungstages (Jom Kippur) in jüdischen Gemeinden gesprochen wird. Dem ersten Teil liegt der traditionelle Bußgesang des Jom-Kippur-Fests zugrunde. Im zweiten Teil wechselten sich die Moll- und Dur-Tonart elegisch ab.

Auch nach der Pause ging es mit Max Bruch weiter. Es erklangen vier Stücke für Klarinette, Bratsche und Klavier. Diana Ketler (Flügel), Razvan Popovici (Viola) und Thorsten Johanns (Klarinette) musizierten zusammen in fröhlicher, variantenreicher Ausdruckskraft.

Den krönenden Abschluss der Matinee bildete die „Rumänische Rhapsodie“ von George Enescu, bearbeitet für das hier zu hörende Klavierquartett von dem österreichischen Komponisten Thomas Wally. Mit ansteckender Spiel- und Lebensfreude, harmonisch vollkommen aufeinander eingespielt, musizierten die Musiker des Musikfrühlings in perfektem Zusammenspiel das technisch anspruchsvolle Stück. Das Publikum dankte mit nicht enden wollendem Applaus und Bravorufen. Christiane Giesen

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