Kolbermoor – Im Mareis-Saal zu Kolbermoor brannte Michael Altinger mit seinem neuen Programm „Die letzte Tasse Testosteron“ ein Feuerwerk an Gags, Persiflagen und Parodien ab.
So ganz offenbarte der gebürtige Niederbayer, der längst zum Oberbayern befördert wurde, nicht, was es mit der Tasse von Testosteron auf sich hatte. Stattdessen zog er genüsslich das Hausmann-Gehabe „ich kümmere mich um die Getränke“ und die „Glücksformen einer funktionierenden Ehe“ durch den Kakao.
Als wahrer Gaukler der Situationskomik gab er die „Best-Ager“ Probleme eines Mittfünfzigers zum Besten. Wobei freilich auch eine Parodie auf übertriebene Fitness-Bestrebungen nicht fehlen durfte: „Ich will wirklich durchtrainiert sterben“.
Pfiffige Grobheiten wechselten sich mit nachdenklichen Balladen ab, wobei von ihm beides glaubhaft präsentiert wurde. Kongenial ergänzte ihn dabei musikalisch sowie als kritisch korrigierendes, launiges Alter Ego Andreas Rother, der ihn seit vier Jahren auf seinen Touren begleitet.
Charmant übergriffig berichtete Altinger von dem künstlich befruchtenden Elon Musk, der seinen Frauen den Zeugungsstress ersparen will. Köstlich auch sein „Google-Song“ über einen Small-Talk oder die „Kreuzfahrt-Ballade“. Ebenso überraschend seine Erkenntnis, dass Paläontologen fälschliche „Gender-Schlüsse“ gezogen hätten. Auch hätte die Bundeswehr bislang als „gut bezahlter Abenteuerspielplatz“ gegolten. Alle diese Erkenntnisse bezog er selbstverständlich aus seinem fiktiven Heimatort Strunzenöd, wo er auf lästige Nachbarschaft gerne verzichten würde, wie das auch für seinen Nachbarn gelte.
Ob er nun Söder durch Trump zum König von Grönland machte oder in einer „Selbstmitleid-Ballade“ dem Publikum einen Spiegel vorhielt – seine Bandbreite vom Kabarettisten, Bänkelsänger bis hin zum Bühnenkaspar bot wieder einmal beste Unterhaltung.theodor auer