Musiksommer feiert sein 50-Jähriges

von Redaktion

Glanzvolles Jubiläumskonzert mit Festgästen und viel Musik in Kloster Seeon

Seeon – 50 Jahre Musiksommer zwischen Inn und Salzach, das macht 1500 Konzerte und über eine halbe Million Zuhörer: Kein Wunder also, das zum Jubiläumskonzert im Festsaal von Kloster Seeon nicht nur renommierte Musiker – Harfenistin Silke Aichhorn und die Grassauer Blechbläser spielten auf –, sondern auch zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Sponsoren und Musikliebhaber kamen.

Musik, Architektur und Landschaft

Alphornklänge sorgten vorab für ein Willkommensgefühl. Hermann Steinmaßl, Traunsteiner Alt-Landrat und Vorsitzender des Musiksommers, betonte das besondere Markenzeichen des Musiksommers: der Dreiklang aus Musik, Architektur und Landschaft. Landtagspräsidentin Ilse Aigner freute sich, dass fünf Landkreise im Musiksommer verbunden sind. Kunst und Kultur seien das Fundament, seien Ausdruck von Bildung und Freiheit und brächten Genuss. „Musik tut gut“, resümierte Ilse Aigner.

Und dass das stimmt, bewiesen Harfe und Blechbläserensemble mit sichtlicher Spielfreude. Zwei Grassauer Blechbläser der ersten Stunde, Wolfgang Diem und Peter Boschner, wirken im 1980 von Hans Josef Crump gegründeten Ensemble noch heute mit, die weiteren neun Mitspieler stießen nach und nach dazu. Schon 1980 traten sie erstmals beim Musiksommer auf, und dennoch sei es, so Posaunist und Moderator Johann Schmuck, stets eine besondere Ehre, im Rahmen der Reihe auftreten zu dürfen.

Der Musiksommer stehe dafür, bedeutende Musikwerke des Barock bis hin zur Romantik und Kompositionen aus bayrischer Musiktradition bis hin zum Jazz zu verbinden, hatte Steinmaßl in seinem Willkommensgruß gesagt. Und das Jubiläumskonzert erfüllte diese Ansage aufs Trefflichste. Mit dem „Grassauer Zwiefachen“, eigens von Jan Koetsiers für die Grassauer Blechbläser komponiert, eröffneten die Blechbläser das Konzert. Vier Barockposaunen spielten später anmutig das „Amour c’est toi“ von Tielman Susato. Heiter-jubilierend erklang das Präludium in G-Dur von Johann Sebastian Bach im Blechbläserarrangement von Mit-Trompeter Matthis Linke. Mit Trommel und Schelle luden die Bläser zum mittelalterlichen Tanz mit Stücken von Michael Praetorius.

Und weiter ging es in die Oper mit dem freudig aufgespielten „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner und Auszügen aus „Nabucco“ von Giuseppe Verdi.

Mit drei Stücken aus der „Carmina Burana“ aus der Feder Carl Orffs, arrangiert von Tubist Elmar Walter, begeisterten die Blechbläser ihr Publikum. Bei so viel Spielfreude brauchte es keinen Text. Selbst die „Lieder“ aus der Chiemsee-Dult von Hans Kröll kamen ohne Worte aus, die „Ei-“-Rufe und das „Prost“ reichten aus, um sich auf einem Jahrmarkt zu wähnen.

Nicht minder leiser ließ Silke Aichhorn ihre Harfe erklingen. Auch sie, die seit fast 30 Jahren das Musiksommerpublikum begeistert, bot einen bunten Strauß an Stilrichtungen. Vom türkischen Tanz, „Günaydin Longa“ von Sirin Pancaroglu (Jahrgang 1968) bis hin zum verjazzten „Alla Turca Jazz op. 5 b“ von Wolfgang Amadeus Mozart und der „Baccarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach reichte der Reigen. Der „Tanz der Schwäne“ aus dem Ballett „Schwanentanz“ von Piotr Tschaikowsky lebte von Anmut und Grazie.

Poetische
Klangfülle

Und dass Harfe und Blech – zwei Trompeten, Horn, Posaune, Tuba – auch klanglich wunderbar harmonieren, zeigte sich in Jan Koetsiers „Metamorphosen über ein Thema „Moldau“ von Bedrich Smetana“. Die beiden kleinen Quellen, die kalte und die warme Moldau, die sich über Stein und Fels ihren Weg bahnen, zu einem Fluss vereinen und in die Elbe münden, all das verdichteten Harfe und Blech zu vielschichtiger poetischer Klangfülle.

Der Liebe zu ihrer Heimat frönten die Blechbläser noch mit zwei Zugaben von Karl Edelmann (geboren 1962). Bei so viel positiver Stimmung kann man nur dem Musiksommer wünschen: auf die nächsten 50 Jahre!

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