Rosenheim – Der Fotograf und langjährige kreative Kopf des Rosenheimer Journals, Dr. Robert Betzl, zeigt ab Freitag, 1. August, unter dem Titel „Die große Zeit“ im Café „Innig“ in der Innstraße 13 eine Auswahl seiner aktuellen Werke – atmosphärisch dichte Fotografien im Vintage-Stil mit erzählerischer Tiefe und einem feinen Gespür für das, was sich hinter der sichtbaren Oberfläche verbirgt.
Die Bilder wirken wie eingefrorene Filmszenen, sogenannte „Cine Stills“: fragmentarisch, suggestiv, emotional aufgeladen. Stets steht dabei der Mensch im Mittelpunkt. Eingebettet in sein vorgegebenes Umfeld, verstrickt in Beziehungen, gezeichnet von Zeit, Ort und Vergangenheit und der Sehnsucht, daraus auszubrechen. „Mich interessiert nicht das Offensichtliche“, sagt Betzl, „sondern das Dazwischen. Die Fragen, die bleiben, wenn das Bild längst vorbei ist.“ Seine Motive öffnen beim zweiten Hinsehen eine neue Dimension. Es sind Spiegelbilder innerer Zustände, suggestive Erinnerungsräume und visuelle Rätsel zugleich. Es ist die Ästhetik des Moments zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Robert Betzl fotografiert analog, digital und arbeitet zunehmend auch mit KITechniken. Die Verschmelzung dieser Medien verleiht seinen Arbeiten einen besonderen Reiz: Celluloid trifft auf künstliche Intelligenz, Melancholie auf Pulp Fiction, das Gestern auf das Morgen.
Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren zeigte Betzl erfolgreiche Einzelausstellungen unter Titeln wie „Rosarote Deutschlandbilder“ oder „Lachendes Leben sieht Dir entgegen“. Seine Ausstellung 1992 im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim fand große Beachtung. Parallel dokumentierte er etwa 1989/90 die „Jazz Live“-Tage in Rosenheim und porträtierte dabei Persönlichkeiten wie Stan Getz, Astrud Gilberto, Oscar Peterson oder Art Blakey. Nach fast 35 Jahren Ausstellungspause schlägt Robert Betzl nun die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. „Die große Zeit“ ist Retrospektive und Neuanfang zugleich – eine persönliche, poetische und visuelle Erzählung über das Leben, das Vergehen und das Erinnern.
Die Ausstellung ist ab dem 1. August während der Öffnungszeiten im Café „Innig“ zu sehen.