„Musik zum Hochzeitstag“

von Redaktion

Begeisterndes Orgel- und Trompetenspiel im ehrwürdigen Gemäuer des Münsters Frauenchiemsee

Chiemsee – Unzählige Hochzeitspaare haben ihren Bund der Ehe im ehrwürdigen, mehr als 1000 Jahre alten Dom auf Frauenchiemsee gefeiert, gehört er doch zu den ältesten christlichen Gebetsstätten im süddeutschen Raum. Aus dem Grund stellte der Organist und Musikpädagoge Wolfram Heinzmann beim diesjährigen Konzert aus der Reihe „Musiksommer zwischen Inn und Salzach“ ein Programm mit Hochzeitsmusik zusammen, das von Marc-Antoine Charpentier über Johann Sebastian Bach und Georg Philip Telemann über Mozart und Richard Wagner bis zum italienischen Pianisten Enrico Pasini (1935 bis 2022) und zur zeitgenössischen britischen Band Coldplay reichte.

Kaum ein Besucher kann sich wohl der unwiderstehlichen Aura des Frauenmünsters entziehen, das bis heute weitgehend unverändert erhalten ist und von den Klosterfrauen und Ehrenamtlichen treu gepflegt wird. Der heilige Virgil weihte einst die Klosterkirche des von Bayernherzog Tassilo III. gestifteten Frauenklosters als Bischof von Salzburg am 1. September 782.

Großartige Musik in diesem ehrwürdigen Gemäuer und der wunderbaren Umgebung auf der Fraueninsel kann für Musikliebhaber das denkbar schönste Erlebnis sein. Zur festlichen Einstimmung begann das einstündige Konzert mit dem Prelude aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier auf Orgel und Trompete, das allen Zuhörern bekannt gewesen sein dürfte: die Melodie des Eurovisionssongs. Folgend erklangen meist kurze Stücke für Orgel und Trompete, die Wolfram Heinzmann und Hans Jürgen Huber, Virtuose auf verschiedenen Blasinstrumenten, hoch konzentriert und ideal aufeinander eingestimmt auf der Empore spielten. Schön war es auch, dass die kurzen Musikstücke anschließend nicht sogleich vom Applaus zerklatscht wurden, sondern insgesamt eine schöne, Kirchenraum und Musik angepasste, meditative Atmosphäre entstehen konnte.

Dem kurzen Orgelstück „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach folgte die festliche „Ballo del granduca“, Hochzeitsmusik aus der Renaissance, hier aus Florenz um das Jahr 1600, komponiert von Jan Pieterszoon Sweelinck, einem niederländischen Organisten und Komponisten, gefolgt von „La Majeste und La Grace“ von Georg Philipp Telemann.

Gegen Ende zu erklang das bekannte, meditativ zarte Orgelstück „Air“ aus der Orchestersuite in D-Dur von Johann Sebastian Bach, virtuos gespielt von Wolfram Heinzmann auf der Orgel, gefolgt von dem wuchtigen „Viva la vida“ der Band Coldplay, allerdings für Orgel und Trompete. Jubelnde Klänge dann beim Trumpet Voluntary von John Stanley, dem nach dem Programm letzten Stück. Dann konnten die Zuhörer endlich ihrer Begeisterung mit Applaus und stehenden Ovationen Luft machen. Ein rundum schöner Konzertgenuss.

Christiane Giesen

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