Stephanskirchen – Vier Sänger waren es heuer nur, die an der Masterclass von Kammersänger Oskar Hillebrandt teilnahmen, davon wiederum sangen nur drei beim Abschlusskonzert im Antrettersaal. Diese drei sind den hiesigen Zuhörern bekannt: der aus Schloßberg stammende Tenor Markus Herzog, Michael Doumas aus Hamburg sowie Kayo Hashimoto, Ehefrau von Hillebrandt, Gesangslehrerin und Dirigentin. Die kurvte elegant durch viele Stimmlagen und zahlreiche Koloraturen in einer Rossini-Arie aus „La Cenerentola“ und durchlebte hochintensiv alle Gefühlslagen in einer Liebes-Arie aus Donizettis „La Favorita“ und als Santuzza in Mascagnis „Cavalleria Rusticana“, hier sich rückhaltlos entäußernd.
Michael Doumas ließ in der Hallen-Arie aus Mozarts „Zauberflöte“ seinen tiefsatten Bass priesterlich-weihevoll und in einer Arie aus Tschaikowskis Oper „Eugen Onegin“ liebeselegisch strömen, ausdrucksstark sang er die Arie des Königs Philipp aus Verdis „Don Carlos“: „Sie hat mich nie geliebt.“
Der eh schon starke Tenor von Markus Herzog hat sich hörbar durch Hillebrandts Stimmbildungsarbeit noch verbessert: Höhenglanz und Strahlkraft haben sich noch gesteigert. Empfindsam und liebestrunken, dabei schön phrasiert, klang seine „Bildnis“-Arie aus der „Zauberflöte“, entflammt mit sicherem hohen C die Stretta „Di quella pira“ aus Verdis „Troubadour“, und mühelos bewältigte Herzog die ungemein schwere Tenor-Arie aus Strauss‘ „Rosenkavalier“. Am Klavier saß mit souveränem Spiel der überaus versierte Jean Pierre Faber.
Das fachkundige Publikum zeigte sich entzückt vor allem von den Duetten: Im Duett Azucena/Manrico aus dem „Troubadour“ wurde Markus Herzog selber hingerissen vom kehligen Mezzo-Feuer, das Kayo Hashimoto entzündete. Humorvoll verhandelten Herzog und Doumas einen möglichen Brauthandel im Duett aus „Die verkaufte Braut“ von Friedrich Smetana. Alle drei vereinigten sich schließlich in der Zugabe mit „O sole mio“.RAINER W. JANKA