Traumhafte „Klassik im Bergwald“ vor grüner Kulisse

von Redaktion

Ausverkauftes erstes Konzert im Bergwald-Erlebniszentrum mit thematisch passendem Programm

Ruhpolding – „Klassik am Odeonsplatz ist ja schön, Klassik im Bergwald aber einzigartig“, eröffnete der Vorsitzende des Fördervereins des Bergwalderlebniszentrums in Ruhpolding, Joachim Ries, ein tatsächlich außergewöhnliches Sommerkonzert im ausverkauften Veranstaltungsraum des Zentrums. In der malerischen Waldkulisse in der Urschlau am südlichen Ende von Ruhpolding musizierten die Violinsolistin, Gesangspädagogin und Leiterin der Kirchenchöre Ruhpolding und Inzell, Monika Schmidt, und am Klavier der Pianist und Organist Jörg Scholkowski.

Auch für die beiden war es eine Premiere, weil sie erstmals gemeinsam einen ganzen Konzertabend bestritten mit einem sehr abwechslungsreichen Programm, das unter dem Titel „Klassik im Bergwald“ von Vivaldi über Mozart und Dvorak bis zu modernen Kompositionen reichte. Der Veranstaltungsraum, ganz in Holz, hat eine wunderbare Akustik mit Blick aus der großen Fensterfront auf den dunklen Bergwald. Es begann mit Wolfgang Amadeus Mozarts Rondo D-Dur, KV 485, das Monika Schmidt mit kräftigem Saitenstrich temperamentvoll interpretierte, am Klavier kongenial begleitet von Jörg Scholkowski. Es folgten jeweils kurze Stücke, so aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi „Sommer“ RV 315 und von Gabriel Fauré „Berceuse“, opus 18. Abwechselnd moderierten während des Konzerts die beiden Künstler und gaben Erklärungen zu den verschiedenen Stücken. In der Pause war Gelegenheit, eine kleine geführte Meditation im Bergwald nahe des Wildbachs der Urschlauer Ache zu erleben, wovon viele Besucher Gebrauch machten.

Nach der Pause ging das Konzert mit einem temperamentvollen Kosakentanz weiter. Einem Dolce und Allegro von Georg Philipp Telemann aus der Fantasie Nr. 7, Es-Dur, folgte, wie schon im ersten Teil, eine Improvisation von Jörg Scholkowski zum Thema „Der Bergwald“, bei dem die Zuhörer so richtig ins Träumen geraten konnten. Sehr innig und zart interpretierte Monika Schmidt auf der Geige „Die neun Pforten“ des polnischen Komponisten Kilar Wojciech (1932 bis 2013), der zu den prominentesten Musikern seiner Zeit gehörte. Schmidt hatte – 30 Jahre später – an der gleichen Musikakademie wie er in Katowice studiert und ihn noch persönlich kennengelernt.

Eine Meditation von Jules Massenet und ein mitreißender „Tico-Tico no Fubà“ schlossen den offiziellen Teil des Konzerts ab. Das Publikum dankte mit Jubel und stehenden Ovationen, sodass noch zwei Zugaben folgten. Am Ende war man sich im Publikum einig, dass dies bestimmt nicht der letzte Abend eines Konzerts mit „Klassik im Bergwald“ gewesen sein darf. Christiane Giesen

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