Jauchzet Gott auf dem Samerberg

von Redaktion

Festliches Kirchenkonzert entfaltet in Törwanger Pfarrkirche barocke Klangpracht

Samerberg – Die Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ titulierte Diakon Günter Schmitzberger kurzerhand um: „Jauchzet Gott auf dem Samerberg“. Und das festliche Kirchenkonzert in der Törwanger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt geriet wahrlich zu einem Jubelkonzert. Möglich gemacht hatte das Konzert eine private Gönnerin: „Andere geben ihr Geld für Reisen aus, ich erfreue mich an Kultur.“ Und kurzerhand wurden mehr Zuhörer zum Konzert mit Sopranistin Marie-Sophie Pollak und dem auf historischen Instrumenten aufspielenden Ensemble Concerto München unter Leitung von Johannes Berger geladen.

Den Auftakt machte Antonio Vivaldis Concerto C-Dur für Violine, Orgel und Streicher, RV 808. Die technische Brillanz des Solisten Dmyitry Lepekhov und die stupende Begleitung durch das Ensemble mit Mélanie Evrard (Geige), Verena Berger, (Viola), Anderson Fiorelli (Cello), Michael Schönfelder (Kontrabass) und Johannes Berger an der Truhenorgel trafen direkt ins Herz. Spielerische Leichtigkeit verband sich mit der italienischen Sprachmelodie, bildete ein sinnvolles Ganzes.

Barock-effektreich ging es weiter mit Giovanni Vivianis Sonata prima in C-Dur für Trompete (Per Hakon Oftedal) und Streicher. Oftedal ließ seine Naturtrompete festlich und virtuos mit samtenem Ansatz erklingen. Barocker Glanz entfaltete sich im Zusammenspiel mit dem klein, aber fein besetzten Streicherensemble.

Beim Orgelkonzert in F-Dur, op 4/4, HWV 292 von Georg Friedrich Händel hatte die Truhenorgel ihren großen Auftritt. Unter Bergers Händen erwachte der Orgelpart mit kreativen Artikulationen und verspielten Ornamenten zum Leben, setzte gemeinsam mit den farbenreich und differenziert spielenden Streichern die musikalische Gestik reizvoll um.

Als Höhepunkt des Kirchenkonzerts stand die Bachsche Solokantate „Jauchzet Gott in allen Landen,“ BWV 51, auf dem Programm. Und bei diesem Bravourstück feuerten Sopranistin Marie-Sophie Pollak und Concerto München wahrlich ein Feuerwerk an barockem festlichen Glanz ab. Ihrer Auftakt-Arie „Jauchzet Gott“ wollte man als Zuhörer gern folgen. Nicht nur ihre betörend schöne Stimmfarbe, faszinierende Geschmeidigkeit und perfekte Koloratur nahm gefangen, sondern auch ihre Artikulation und Reflexion des Textes. Großartig, wie Trompete und Sopran im Duett strahlten und wie kultiviert Orgel, Streicher und Sängerin harmonierten. Berührend das Rezitativ „Wir beten zu dem Tempel an“, zart und meditativ die Arie „Höchster, mache deine Güte“ und elegant-schlicht der Choral „Sei Lob und Preis“, ehe mit dem „Alleluja“ fulminant-glanzvoll, rasant-virtuos und doch präzisest-transparent ein Jubelregen auf das Publikum herniederging. Für Gänsehaut sorgte die Zugabe: Das „Eternal source of light divine“ (aus der Ode for the Birthday of Queen Anne von Händel, HWV 74) ließ selig dahinschmelzen, dazu der überirdisch schöne Dialog von Sopran und Trompete – da tat sich wahrlich der Himmel über dem Samerberg auf.Elisabeth Kirchner