Griesstätt – Evelyn Pechinger-Theuerkauf ist stolz auf die abgeschlossene Restaurierung des barocken Hochaltars von Bildhauer Ignaz Günther. Anlässlich des „Tages des offenen Denkmals“ konnte der Altar im Rahmen einer Führung durch die studierte Kunsthistorikerin in der Klosterkirche Altenhohenau bei Griesstätt bewundert werden. Wenn das Motto „Wertvoll, unbezahlbar oder unersetzlich“ laute, dann, so Pechinger-Theuerkauf, seien die hohen Restaurierungssummen in puncto Unersetzlichkeit die Restaurierung wert gewesen.
Die zahlreichen Besucher erhielten zunächst einen kurzen Überblick über die Geschichte des Klosters Altenhohenau. Das den heiligen Petrus und Paulus geweihte Kloster wurde 1235 von Graf Konrad von Wasserburg und seiner Gemahlin Kunigunde als Dominikanerinnenkloster gegründet. „Die blau-weißen Rauten im Wappen haben die Wittelsbacher von den Wasserburger Grafen übernommen“, erklärte Pechinger-Theuerkauf. 1235 war Altenhohenau das erste Frauenkloster im deutschsprachigen Raum. 1375 vernichtete ein Brand fast das ganze Kloster, erst 1411 hatten die Dominikaner wieder Geld für einen Neuanfang. Im 17. Jahrhundert waren Stiftungen zum Totengedenken an den Sterbetag von Bedeutung, die sogenannten Jahrestagsstiftungen, die für einen steten Geldzufluss sorgten.
Ignaz Günther, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, erhielt Mitte des 18. Jahrhunderts den Auftrag, für die Kirche St. Peter und Paul in Altenhohenau einen Altaraufbau anzufertigen. Der prunkvolle Hochaltar sei in der Frühphase des Schaffens von Ignaz Günther entstanden, so die Kunsthistorikerin. Der Mittelaltar, der den heiligen Petrus und Dominikus gewidmet ist, sei ein typischer Rosenkranzaltar. Das Madonnenbild ist von 15 Rosenkranzgeheimnissen umgeben und stellt eine Szene aus dem Leben von Maria und Jesus dar.
„Die Restaurierung hat ein großes Rätsel gelöst“, so Pechinger-Theuerkauf. Wiederentdeckt wurde ein Gemälde von Andreas Wolff, das bis zur Restaurierung als verschollen galt. Eine zweite Sensation sei, dass tatsächlich Ignaz Günther die Figuren des Hochaltars mit dem Gnadenbild geschaffen habe, worauf die hohe Qualität der Arbeit hinweise. Die Schutzmantelmadonna im Hauptaltar sei ein Garant des Schutzes, des Heils und der Weisheit.
„Der Barock und das Rokoko waren die Zeit der großen Inszenierungen“, erklärte Pechinger-Theuerkauf. So konnte hinter der Madonna für die Beleuchtung eine Türe geöffnet und die Maria nach hinten bewegt werden. Der Altar wurde durch die Restaurierung wieder in seiner ursprünglichen Form hergestellt. Er kann jetzt in seinem vollen Glanz bewundert werden. Georg Füchtner