Mozart und die alpenländische Musik

von Redaktion

Das Radauer Ensemble Salzburg beim Schlosskonzert in Neubeuern

Neubeuern – Dass Mozarts Musik volkstümliche Wurzeln besaß, ja dass der Komponist ein Liebhaber volkstümlicher Melodien war, zeigte das Radauer Ensemble Salzburg unter dem Titel „Mit Mozart unterwegs“ beim ersten Konzert der Saison im Schlosssaal von Neubeuern. Der künstlerische Leiter Herbert Schuch betonte bei seiner Begrüßung des Publikums, dass es Sinn mache, an die Verbindung zwischen Mozart und der Volksmusik immer wieder zu erinnern.

Tänzerische
Elemente

Auf dem Programm, durch das Josef Radauer mit viel Humor und Sachkenntnis führte, standen neben Tänzen und Serenaden von Mozart volkstümliche Kompositionen von Komponisten, die er sehr geschätzt hat. „Der Mozart der frühen Zeit hat viel Berührung gehabt mit der Volksmusik“, erklärte Radauer. So habe der Komponist später in seine Klaviermusik viele Tänze eingebaut. Um die musikalische Ausbildung des jungen Mozarts habe sich der Vater gekümmert, den Radauer als einen begnadeten Pädagogen bezeichnete.

Nach einem Andantino Allegro KV 101 stimmte ein fröhlicher, rhythmisch flotter Bernegger Jodler das Publikum auf den Abend ein. Zart und besinnlich ertönte die Harfe in der Ode „Lydia dic“ von Paul Hofhammer, die Fanfaren der Trompeten wurden im „Hoftrompeter Aufzug“ von Bartholomäus Riedl effektvoll von Geigen ersetzt. Witzig waren die Intrada, Aria und Ciacona aus der „Nachtwächterserenade“ von Heinrich Ignaz Biber, originell die Musik für den Salzburger Stier, eine melodische Monatsmusik mit Hackbrett und Harfe für den September.

Harmonischen Wohlklang verströmten Geigen, Zither und Flöte im Schwabentanz von Leopold Mozart, viel Beifall erhielt der schmissige Bauernhochzeitsmarsch, bei dem alle Instrumente zum Einsatz kamen. Auszüge aus „Gallimathias musicum“ KV 32, eine Zusammenstellung von Liedern und Tänzen, die Mozart im Alter von sechs Jahren für den Prinzen von Oranien komponierte, zeigten seine hohe Kunstfertigkeit. Extra für Pater Johannes vom Kloster Seeon, in dem Mozart öfter übernachtete, schrieb er ein Offertorium, in dem erneut Flöte und Geige gefangen nahmen. Rhythmisch schwungvoll war die Jodler Polka mit dem Hellbrunner Galopp.

Die „Ganz
kleine Nachtmusik“

Melodien von alpenländischen Volksweisen, Serenaden und Tänze des jungen Mozart durfte das Publikum nach der Pause bewundern, etwa die „Ganz kleine Nachtmusik“ KV 648, die erst 2024 neu entdeckt wurde und Faschingstänze KV 250/267, sogenannte Kontretänze, die Mozart geliebt hat. Mozart habe laut Radauer in seinen Kompositionen auch Sozialkritik geübt, etwa, wenn er ein Menuett des Adels mit einem wirbelnden Kontretanz durch Geigen zerstört. Mitreißend war schließlich die Steigerung vom sogenannten Wickler und ländlerischen Tänzen bis hin zum Schleunigen. Für den abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend erhielt das Radauer Ensemble derart viel Applaus, dass es sich dafür noch mit einem stürmischen „Donnerwetter“ von Mozart bedankte.

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