Er spielt schneller als das Echo

von Redaktion

Das Gitarren-Ausnahmeduo „Café del Mundo“ brilliert im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum

Rosenheim – Aus der Ruhe des Odenwalds hinaus in die Welt mit ihren vielen Bühnen, so leben und musizieren Jan Pascal und Alexander Kilian alias „Café del Mundo“. Ihre Tourneedaten führen sie nach London und Liverpool, nach Dublin und Wien und gerne immer wieder nach Málaga, wo ihre Stücke im Regionalsender dauerpräsent sind.

Das inzwischen international höchst erfolgreiche Duo startete in seinen Anfängen bescheiden und bespielte in und um Rosenheim kleinere Bühnen wie auch das „Le Pirate“. Jetzt war das große Kultur- und Kongresszentrum ausverkauft, auch zur Freude der regional betreuenden Agentur „Crossgammy“, die die beiden schon lange begleitet.

Bereits der Einstieg ins Konzert mit einer Melodie aus dem Film „Cinema Paradiso“ mündete in einer Beifallorgie, auf die das Duo ein längeres Flamencostück folgen ließ, mit einem Aufbranden rasanter Passagen, dann wieder schmachtend. „Alex spielt schneller als sein Echo“, so kommentierte Jan Pascal den Saitenzauber seines Partners, der schon mit 15 Jahren mit einem Stück von Paco de Lucía einen internationalen Gitarrenwettbewerb gewonnen hatte.

Das Programm der beiden umfasst mit einigen Flamencostücken weltumspannende Melodie, daher auch „del Mundo“, „der Welt“. Ruhig und folkig in „Scarborough Fair“, dann wieder rasant oder in einem verblüffenden Zusammenschnitt aus Bach und Santana –die beiden Gitarrenmagier bilden bei ihren Konzerten gerne Kontraste und überraschen immer aufs Neue. Das Zusammenspiel ist exzellent, spielerisch leicht, die Wechsel von Melodielinien und Rhythmus auch bei komplexesten Passagen perfekt und hochvirtuos, noch dazu mit einem entspannten Lächeln im Gesicht.

Der „Winterhauch“ als Hommage an den Odenwald und „Una Mattina“ von Ludovico Einaudi überzeugten mit poetischer Hingabe und technischer Brillanz. Aufgedreht können sie es aber auch, wenn sie beispielsweise U2 interpretieren und viele im Saal mitsingen, „With or without you“ oder „I still haven‘t found what I‘m looking for“. Dazu kommen positive, euphorische Eigenkompositionen wie „Smile“ oder der „Dance of Joy“, die die Gäste aus der Sitzposition zum Tanzen brachten. Sympathische Ansagen und ein paar Running Gags über Altersunterschiede kamen gut an, ebenso der Aufruf von Jan Pascal, gewisse Machthaber mögen sich friedlich und künstlerisch betätigen.

Klar, dass es mit dem offiziellen Programm nicht getan war: Das Publikum tanzte zu „Viva la vida“ von Coldplay und erklatschte Zugaben. Am Ende sang der Saal mit bei Cindy Laupers „Time after time“ und Jan und Alex spielten vom Bühnenrand ein temperamentvolles Medley mit Flamenco- Klängen.Andreas Friedrich

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