von Redaktion

Bayerische Poesie und Bläsersessions reißen das Publikum im Rosenheimer Ballhaus mit

Rosenheim – Eine Woche nach dem energiegeladenen Auftritt von „Pam Pam Ida“ gastierten mit „Dreiviertelblut“ die nächsten bayerischen Songpoeten im Ballhaus – diesmal bei etwas höherem Altersdurchschnitt des Publikums, manche hatten gar ihre Kinder dabei.

Die siebenköpfige Band rund um Sänger Sebastian Horn und Gitarrist Gerd Baumann begann den Auftritt alpenländisch mit stimmungsvollem Dreigesang und verbreitete bei mystischer Beleuchtung landschaftliche Eindrücke vom Sonnenaufgang – wunderbare, folklorefreie Volksmusik!

„Wann die Sunn
auf’d Wiesn scheint“

Von Beginn an zog das gut aufgelegte Publikum mit und intonierte den Refrain „Wos übrig bleibt“, Titelsong der TV-Serie „Oktoberfest 1905“. Mit den mehrfach wiederholten Zeilen „Und auf oan Schlag sann ma dann olle gleich/Wann die Sunn auf´d Wiesn scheint“ – traf Sebastian Horn auch eine deutliche Aussage.

Mit griffigen Songs, launigen Geschichten, Anekdoten von Kürbisernte und kummervollen Shakespeare-Zitaten ging es munter vorwärts im Programm. Einmal mehr wurde klar, dass hier nicht sieben Dreiviertel-, sondern Vollblutmusiker auf der Bühne agierten – die Band mit Florian Riedl an verschiedenen Klarinetten und Trompeter Dominik Glöbl setzte Akzente mit Klezmer-Anklängen („Tanz mit mir“) oder wechselte über zu griechisch inspirierter Tavernenmusik. Der Song „Schieß mer uns aufn Mond“ fuhr ebenso in die Beine wie der Klassiker „Rundumadum“, Band und Gäste hatten ihren Spaß.

Eine weiteren Höhepunkt gab es mit einer rhythmisch-feurigen, instrumentalen „Balkan“-Session, treibend und mit kernigen Bläsersoli versehen. Luke Cyrus Götze (Gitarre und Dobro), Benjamin Schäfer am Bass und Flurin Mück am Schlagzeug hatten jeweils ihre Momente im auch solistisch facettenreichen Konzert. Gern erzählt Gerd Baumann skurrile Geschichten aus seinem reichen poetischen Kosmos, diesmal kredenzte er eine bizarre Liebesgeschichte vom Irschenberg und ließ sie in eine zarte Ballade münden – ein schöner Kontrast zur vorigen Balkanparty. Nachdenkliche Töne gab es von Sänger Sebastian Horn: „Wo versteck mer uns, wo verkriech mer uns?“ befragte der Frontmann sich und das Publikum im Song „die Nacht“ angesichts von Zweifeln und dunkler Vorzeichen. Aufbauender war der „Apfelbaum“ und bei den Zugaben wollte man im Chorgesang mit Horn nicht „Hoam“. Stattdessen legte man zum Finale noch einen „Deifedanz“ aufs Parkett – ein ebenso starker wie, kontrastreicher Auftritt.

„Dreiviertelblut“ lassen den „Deife“ tanzen

Artikel 11 von 11