Die Zukunft unseres Wassers

von Redaktion

Buchautor Rüdiger Braun und Mulo Francel präsentieren in der Rosenheimer Stadtbibliothek Fakten und Musik

Rosenheim – Eine echte Premiere mit der Kombination von Fakten und Musik erlebten die vielen Gäste in der Stadtbibliothek bei einem Themenabend zur globalen Wasserproblematik. Der Buchautor und Wissenschaftsjournalist Rüdiger Braun stellte sein neues Sachbuch „Die Zukunft unseres Wassers“ vor, das in Kooperation mit der Umweltaktivistin Carolin Stüdemann und der Stiftung „Viva con Agua“ entstanden ist. Die Veranstaltung schloss daher thematisch an vorangegangene mit Bezug zu „Wasser“ an, wie an die Lesung von Franzobel aus „Hundert Wörter für Schnee“.

Braun bezeichnete „Wasser“ als „uferloses Thema“, welches alle verbinde, es sei der gemeinsame Nenner und die Grundlage allen Lebens. Global befänden wir uns längst in einer Wasserkrise. Dies verdeutlichte er immer wieder anschaulich mit teils erschreckenden und alarmierenden Zahlen.

Anteilig seien es weltweit nur 2,5 Prozent Süßwasser, von dem wiederum lediglich 0,3 Prozent tatsächlich auch nutzbar seien. Global gesehen gebe es einen immensen Verlust von Süßwasser, welches durch den Abfluss ins Meer verloren gehe, der einem jährlichen Umfang von „einhundertmal Bodensee“ entspricht, so der Autor. Ein Riesenproblem sei, dass 40 Prozent der Lebensmittel weltweit durch Bewässerung entstehen. Wassermangel zeigt sich global: So haben weltweit 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Deutschland mussten bereits 40 Landkreise einen Wassernotstand ausrufen.

Daraus leitete Braun Maßnahmen und Lösungsansätze ab. Die „Schwammstadt“-Konzepte mit mehr Begrünung in den Städten gehören dazu. In geeigneten Regionen wie in Tansania liefert das „Cloudfishing“ mittels Netzen Trinkwasser aus Nebel. Der persönliche Konsum spiele eine große Rolle, so Braun, der den Vortrag mehrere Male mit Fragen an die Gäste interaktiv gestaltete. So wurde im Dialog aufgeklärt, wie viel Wasser man für die Produktion einer Tasse Kaffee benötigt: sage und schreibe 140 Liter.

In der Diskussion beleuchtete man Maßnahmen wie Meerwasserentsalzung (Problem: giftige Rückstände wie Schwermetalle) oder die Stauseenproblematik (oft große Flächen mit viel Verdunstung).

Musikalisch bot sich die Chance, Mulo Francel „pur“ und solo ohne Quadro Nuevo zu erleben. Mit Eigenkompositionen aus seinem Album „The Sax and the Sea“ begleitete er den Vortrag Brauns und setzte musikalische Akzente. „Fluvius“ zum Video eines Wasserfalls, das quirlige „Fish in Water“ zu Unterwasserbildern vom Roten Meer und das beeindruckende „Poseidon“ mit der Bassklarinette als Tieftöner waren passende klangliche Illustrationen.

Die vielen Gäste – darunter übrigens niemand aus der Generation „Fridays for Future“ – nahmen Thema und Fragerunden interessiert an. Dies bestätigte einen Satz von Brauns Website, den Bibliotheksleiterin Susanne Delp eingangs zitiert hatte: „Wissenschaft hat nur dann eine langfristige gesellschaftliche Wirkung, wenn ihre Bedeutung nicht nur von einer Wissenselite verstanden wird.“ Mit einem wunderbaren Saxofonsolo zum Bild vom weltumspannenden Deckenfresko Tiepolos aus der Würzburger Residenz rundete Mulo Francel die gelungene Duo-Veranstaltung ab. Andreas Friedrich

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