Erfüllende Worte und berührende Musik

von Redaktion

Konzert mit Oboen- und Posaunenklängen zum Jahresausklang in der Sachranger Pfarrkirche

Sachrang – Die Konzerte zum Jahresausklang in der Sachranger Pfarrkirche haben stets eine besondere Botschaft: Edle Musik und ausgewählte Texte und Gedichte, die nachhaltig berühren und erfüllen. Heuer hatte Oboist Hansjörg Schellenberger einen Musikerkollegen, den Oboisten Ramon Ortega Quero, und die vier jungen Posaunisten Vincent Löbner, Pablo Castaneda, Yuncheol Jung, Weiqi Chen eingeladen, das Programm musikalisch zu gestalten. Antonia Gottwald trug dazwischen Gedichte und Texte – ebenfalls aus verschiedenen Jahrhunderten – vor. Da ging es um menschliche Beziehungen, so im „Begreift ihr nicht“ (aus „die Stadt in der Wüste“) von Antoine de Saint-Exupéry, um die Wissenschaft, so im „Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren“ von Novalis, um den Blick nach außen, so in „Mein Weltenstück“ von Thomas Bernhard und um die Liebe, so im „Liebes-Lied“ von Rainer Maria Rilke.

Nicht minder berührten die musikalischen Beiträge: Das Posaunen-Quartett erfreute – nach fulminantem Auftakt mit fanfarenartigen Klängen – etwa bei „Getan ist das große Werk“ aus „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn mit transparentem und dynamisch ausdrucksstarkem Spiel sowie der „Canzona“ von Giovanni Gabrieli, einer Cornetta im Renaissance-Stil, dem Concerto für vier Posaunen von Antonio Vivaldi, französischen Tänzen von Michael Praetorius und dem romantischen „Dieu! Qu’il la Fait bon regard“ von Claude Debussy. Die beiden Oboen glänzten nicht minder in ihrem Zusammenspiel: bestens aufeinander eingespielt, ihre Artikulation und Intonation differenziert. Da wirkte nichts forciert oder angestrengt. Bei den kanonischen Sonaten von Georg Philipp Telemann zelebrierten die beiden Instrumentalisten Ausdrucksstärke, die von hochvirtuos bis zu sehnsüchtig-melancholisch reichte. Ehrfürchtig staunen musste man auch ob der virtuosen Technik von Ortega Quero bei der „Sonate in a-Moll für Oboe solo“ von Carl Philipp Emmanuel Bach: Wunderbar, wie er phrasierte und wie er dynamisch und tempomäßig modifizierte. Gleichermaßen bukolisch-sanft wie anregend gestalteten Englischhorn (Schellenberger) und Oboe (Ortega Quero) später die „Shepherds of Provence“ von Eugène Bozza: fein balancierend zwischen Virtuosität und pastoraler Einfachheit. Zum Finale ließ das Posaunenquartett das „Concerto a 4“ von Telemann und das Mozartsche „Presto“ erschallen, vielschichtig, temporeich und lustvoll. Ein gehaltvolles Konzert, das mit Musik und Texten Nachdenklichkeit, aber auch Wärme und Freude in die Herzen der Zuhörer brachte. Die Zugabe stimmte zuversichtlich aufs neue Jahr ein: Die beiden Oboen luden schwungvoll zur „La fête villageoise“ ebenfalls aus den Schäfersonaten von Bozza.

Elisabeth kirchner

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