Ein geerdetes Schweben

von Redaktion

Maxjoseph eröffnet mit musikalischer Leichtigkeit „Musik am Montag“ im neuen Jahr

Kiefersfelden – Mit „Nau“, dem aktuellen Programm des Ensembles Maxjoseph, begann die neue Konzertsaison der Reihe „Montag und Musik“ in der Dynafit-Speed-Factory – und spannte dabei gleich zu Jahresbeginn einen weiten Bogen zwischen Heimat und Welt. Die vier Musiker – an Geige, Steirischer Harmonika, Gitarre und Tuba – brachten mit ihren Eigenkompositionen eine Musik auf die Bühne, die sich mit Anmut und feiner Ironie jeder stilistischen Schublade entzieht.

Musikalisch
in See gestochen

Schon das eröffnende Titelstück „Nau“ von Andreas Winkler lotete aus, was es bedeutet, musikalisch in See zu stechen: rhythmisch komplex, melodisch suchend, doch stets mit klarem Kurs. „Run to Dana“ folgte als mitreißender Klanglauf, in dem besonders das nuancierte Zusammenspiel zwischen Violine und Harmonika glänzte – filigran und mit kammermusikalischer Dichte. In „La Fleur“ zeigte sich das Ensemble von seiner lyrischsten Seite: Eine musikalische Blüte entfaltete sich leise, fast schwebend, getragen vom weichen Fundament der Gitarre und dem atmenden Bass der Tuba, die in diesem Ensemble nicht brummt, sondern tänzelt.

Nach der Pause beeindruckte „Zmoal“ von Florian Mayrhofer mit präziser Stimmführung, changierend zwischen alpinem Zweigsang und fast französisch anmutender Klangpoesie.

„Fanfare Azzurro“ von Georg Unterholzner überraschte mit augenzwinkerndem Pathos – eine brillante Persiflage auf musikalische Heldenposen, aufgelöst durch spielerische Brechung und rhythmisches Augenzwinkern.

„Amour Fou“ und „Al Maha“, erneut von Winkler, führten das Publikum schließlich in einen Klangkosmos, der nicht nur die bayerischen Berge, sondern auch nordafrikanische Horizonte zu berühren schien. Besonders in „Al Maha“, arabisch für „Gazelle“, verschmolzen modale Wendungen mit schlichter Volksliedmelodik zu einer betörenden Klanglandschaft zwischen Traum und Tanz.

So stand dieser Abend ganz im Zeichen jener Leichtigkeit, die, wie das Ensemble selbst sagt, „am schwersten“ ist – und die hier mit brillanter Musikalität, wacher Neugier und tiefer Verwurzelung in der Volksmusik zu einem kunstvollen wie berührenden Konzerterlebnis wurde.

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