Neubeuern – „15 Jahre Künstlerwerkstatt Nußdorf, 15 Jahre malerische Prozesse, 15 Jahre Stolpern, Lassen, Wagen, 15 Jahre Vision und Inspiration, 15 Jahre Neugierde, Faszination und Herausforderung, 15 Jahre Leidenschaft und Freude, 15 Jahre Kunst und Freundschaft… und weitere“, so lautet der eigentliche Titel der Ausstellung von Xandi Fradl und Christine Haberlander.
Seit 15 Jahren haben sie eine gemeinsame Künstlerwerkstatt in Nußdorf. Für diese Ausstellung hat Xandi Fradl, seit vielen Jahren Mitglied des Künstlerkreises Neubeuern, ihre Künstlerfreundin Christine Haberlander aus Brannenburg als Gast eingeladen. Wie die Laudatorin Ulrike Gierlinger treffend bemerkte, unterscheiden sich beide Künstlerinnen darin, dass die eine Innen- und die andere Außenräume malt, aber beide das Thema Licht verbindet.
Christine Haberlander hat ein abgeschlossenes Studium als Innenarchitektin und das sieht man in ihren Acryl-Bildern, die auf den ersten Blick sehr geometrisch sind. Aber wenn man sie länger betrachtet, merkt man, dass die Räume in Wirklichkeit durch den Lichteinfall und die zum Teil verschwommenen und verschwindenden Ecken sehr surreal wirken. Verstärkt wird diese Wirkung durch ihre Farbwahl: Ockertöne, Orange, Brauntöne bis ins Rot hinein, das intensive Grün und das besondere Blau. Ihre Arbeiten sind zum Teil auch von ihren Reisen beeinflusst, wie beispielsweise der „Kreuzgang der Abbaye du Thoronet“, einer romanischen Abtei in Frankreich.
Sie malt aber auch Landschaften, die dann, wie der „Piano Grande“, eine Hochebene in Italien, im Mondlicht leuchtet. Ebenso wie die „Baumschatten“ in einer Allee geisterhaft am Boden liegen. Bedrückend wirkt das Bild einer „Lawine“. Auch Drucke vom „Wendelstein“ und von „Miles Davies“ und Collagen mit den Themen Musik und Kunst sind zu sehen.
Von Reisen inspiriert
Xandi Fradl malt wie Christine Haberlander in Acryl, aber auch Aquarelle. Auch ihre Bilder sind von ihren Reisen beeinflusst, doch ihre Ansichten sind vorwiegend Außenräume. Die „Westminster Abbey“ und die „Towerbridge“ hat sie in London gesehen. Zwischendurch sah sie „München – einmal anders“ und erlebte die „Stille am See“ (Aquarell). Aber dann erlag sie ihrer großen Liebe Venedig. Sie machte am „Canal Grande“ eine „Gondelfahrt“, skizzierte dort zwei „Palazzi“ in Acryl auf Papier, besuchte eine „Gondelwerft“ und fuhr mit dem Vaporetto an der „Santa Maria della Salute“ vorbei. Wieder zuhause malte sie „Ludwig“ mit Acryl, Pigment und Kreide auf Leinwand im Großformat, an dem sie aber länger arbeitete als „only five minutes“ (Porträt in Acryl auf roher Leinwand).
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 1. Februar, freitags von 18 bis 20 Uhr, samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Erika Riedl