Rosenheim – Schon länger war das Duo „Black Patti“ nicht mehr in Rosenheim, geschweige denn im „Le Pirate“ zu hören, und umso freudiger war der Zuspruch der vielen Fans, denn der kleine Club war gut gefüllt. Das „Le Pirate“ ist eben nicht ausschließlich für Jazz da, sondern auch für viele andere Musikrichtungen – und in diesem Fall eben für den Blues. „Black Patti“, das sind seit über zehn Jahren die Münchner Peter Crow C. und Jelly Roll Morton, die zusammen amerikanischen Blues und Spirituals aus der Zeit zwischen den Weltkriegen spielen.
Launige Ansagen
gehören einfach dazu
Wer die beiden kennt, weiß, dass launige Ansagen und Sprüche zum Programm gehören. So spielte Crow C. auf seine Namensgleichheit mit dem ewigen Peter Kraus an („Ich bin schon oft vor Peter Kraus-Fanclubs aufgetreten.“) oder man riss Scherze über die Musik an sich („besungen wurden entweder Straßen oder Schweinkram“). Gut gelaunt ging es denn los mit einem „Good News, Black Patti is comin´“ mit gestampftem Rhythmus, Klatschen der Fans und Roll Morton an der Mandoline. Die beiden sind multiinstrumental aufgestellt, keineswegs frönen sie dem typischen Zwölftaktschema und immer gibt es etwas Neues. So wechselte Morton zur Dobrogitarre und Crow C. bediente stehend die Blues Harp zum rasanten „Get along“.
Zum „Rag Mama Rag“ bewegte sich das Duo mitten ins Publikum und fand tatsächlich ein paar freie Quadratzentimeter für den Song.
Die Stärke der beiden sind zwar die mitreißend dargebotenen Songs mit der markanten Stimme von Crow C., doch instrumental lieferten die beiden so einige Hörschmankerl ab, wie das gekonnte Zusammenspiel von Mortons Mandoline und Crow C.s Dobrogitarre zu einer traurigen Ballade aus der Countryrichtung, an der auch Johnny Cash seine Freude gehabt hätte. Die wichtigste Musik des 20. Jahrhunderts seien Gospels und Spirituals, so Peter Crow C. in einem Statement, und so gab es mit Echo der Gäste („on the other side“ beziehungsweise niederbairisch „drent“) den Spiritual „Every day will be sunday“, genial! Crow C. bedankte sich noch beim amerikanischen Comic-Kultzeichner Robert Crumb, der für Black Patti ein Albumcover gestaltet hatte, und mit einem jetzt typischen Blues ging es weiter. „Samstagabend sündigen und am Sonntag mit frommen Sprüchen um Verzeihung bitten“ zeichnete die Ära aus, so Crow C., „und hier ist es auch nicht anders“. Das Publikum belohnte die beiden mit kräftigem Applaus.
Organisatorisch gab es noch die Neuigkeit, dass nach dem Abschied von Wirt Thomas Jonas der bisherige Co-Wirt und Pächter Matthias Thurner von mittwochs bis sonntags übernimmt. Auch an Tagen ohne Konzert ist das „Le Pirate“ dann geöffnet.