Komplexe Bildarchitektur

von Redaktion

Ausstellung „Auf Sicht“ beim Kunstverein Rosenheim

Rosenheim – Der Themenbereich Architektur und Umwelten zieht sich ein wenig wie ein roter Faden durch das Programm des Rosenheimer Kunstvereins der vergangenen Jahre. So präsentierte man in den eigenen Räumen große Einzelausstellungen mit den Motiven Pools und Gebäude von Melanie Siegel, folgte verästelt dargestellten Landschaften und Stadtplänen von Susanne Kessler oder zeigte geheimnisvolle Lagerbaracken von Herbert Nauderer.

Der Verein eröffnete das neue Jahr jetzt mit der Ausstellung „Auf Sicht“ von Elke Zauner. Bernhard Paul als Vorsitzender konnte zur Vernissage erfreulich viele Gäste begrüßen, darunter Kulturreferent Wolfgang Hauck und Galerieleiterin Monika Hauser.

Elke Zauner, geboren 1972 in Altötting, ist Kirchenmalerin und studierte Malerei bei Professor Hans Baschang an der Akademie der Bildenden Künste in München. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem durfte sie in der Villa Massimo in Rom arbeiten, eine Station mit höchstem Renommee. Sie setzt sich in den gezeigten Werken, überwiegend Großformate, mit Licht und Raum auseinander, mit verschiedenen Situationen im Innen- und Außenraum. Bernhard Paul erwähnte, sie sollte ausdrücklich auf Wunsch des Kunstvereins über ihre Werke hinaus malen und die Wände nutzen – gesagt, getan. Die detaillierte Einführung in die Ausstellung übernahm Zauners ehemalige Nürnberger Galeristin Ulrike Götz. Sie betonte, dass Zauners Gemälde nicht nach einem starren Plan entstünden, sondern im jeweiligen Prozess, im Vertrauen auf das Bild und das eigene Schaffen. Die Aquarelle seien auf einem Mix aus Wasser, Pigment und Zufall, so die Galeristin. Die Bilder seien keine schnell im Vorbeigehen konsumierbaren Kunstwerke, sie verlangen vielmehr ein „langsames Sehen und Herantasten“ bei offenen Perspektiven und ohne feste Bezugspunkte für das Auge. Zauner „entmaterialisiere“ Architektur durch den Einsatz von Formen und Rhythmus, Licht, Bewegung und Veränderung entfalteten eine körperliche Präsenz. Die Ölfarbe stabilisiere und öffne zugleich.

Beim Rundgang bestätigen sich die Aussagen von Ulrike Götz: Durch das „Hinausmalen“ auf die Wandumgebung erweitert sich die architektonische Form, die dargestellten Räume scheinen betretbar. Dadurch öffnen sich zusätzliche Ebenen, die vom Betrachter einen Blick in ferne Welten erfordern. „Wer sich einlässt, wird belohnt“, so Götz in ihrer prägnant formulierten Vorrede, das kann man nur bestätigen.

Am Sonntag, den 1. Februar um 14 Uhr steht Elke Zauner, die in Tacherting lebt und arbeitet, zum Kunstgespräch bereit. Am Mittwoch, 11. Februar um 19 Uhr zeigt der Kunstverein in Kooperation mit dem Kulturclub den aktuellen Kinofilm „In die Sonne schauen“ von Mascha Silinski. Die Ausstellung „Auf Sicht“ ist in den Räumen in der Klepperstraße 19 bis 8. März zu sehen, mit Ausnahme von Samstag, 14., und Sonntag, 15. Februar. Öffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag sind 14 bis 17.30 Uhr, an Sonntagen von 11 bis 17.30 Uhr. afr

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