Bad Aibling – „Versunkene Landschaften“ lautet der Ausstellungstitel des Aiblinger Malers Andreas Legath, und die Überschrift drückt einmal mehr aus, dass es sich bei diesen Landschaften nicht um blühende Wiesen handelt, sondern um karge, dürftige Landstriche, vom Menschen gemieden, da nicht reizvoll im üblichen Sinne. Aber genau darum reizen sie den Maler Legath, und er entdeckt immer wieder Neues in ihnen.
Dieses Mal beginnt die Ausstellung im ersten Raum mit einer Überraschung. Nicht die steinerne Wildnis Italiens ist in Bildern festgehalten, sondern die im wahrsten Sinne des Wortes versunkene Moorlandschaft bei Bad Aibling. Nur mit Moorsubstanz ist ein kleinformatiges Bild „gemalt“, andere Bilder in diesem Raum wie gewohnt mit Acryl. Aber die Titel „Totholz“, „Herbstlich“ oder „Vegetativ“ weisen darauf hin, dass thematisch einmal etwas anderes vorliegt.
Ergänzt werden diese Eindrücke durch einen großen Bildband mit Fotos von Legaths Partnerin Gitti Mitterer, die die Filze mit all ihren Stimmungen abgelichtet hat.
Neues, mit
Bekanntem gemischt
Die weiteren Räume zeigen das, was der Besucher erwartet, nämlich die steinigen Regionen Italiens, Neues mit Bekanntem gemischt. Die Datierungen reichen von 2021 bis 2025, nur zwei Ausnahmen sind älter. Es handelt sich um die Werke, die so lebendig wirken, weil sie mit Materialien des jeweiligen Motivs versehen sind. Legath malt mit Acryl – selten mit Öl – und fügt der Farbe Sand und andere Erdpartikel bei, sodass die Werke eine strukturierte Oberfläche erhalten. Die Bilder bergen gewissermaßen die Landschaft in sich.
Um der Oberfläche noch mehr Leben zu geben, stellt der Maler das fertige Bild für kurze Zeit ins Freie, damit Wind und Wetter das ihrige zur Authentizität beitragen. Unterwegs fertigt Legath Skizzen an oder fotografiert die ausgewählten Landschaften. Zu Hause im Atelier erfolgt dann die endgültige Gestaltung des Werkes. Klingende Namen wie Eraclea, Teverina, Ribera und Pisticci tragen die Werke so wie ihre Landschaften und Gebirgszüge, was ihnen trotz ihrer Ödnis eine gewisse Würde verleiht. Besonders auf die „Cattedrale“ trifft dies zu: Der so genannte Bilderzyklus stellt hochaufragende Felstürme dar, die man mit sakralen Bauten vergleichen mag.
Viele der Motive sind ebenso in Öl auf Papier oder als Radierung dargestellt. Auffallend hat der Maler dieses Mal seine Hängung vorgenommen. Zum einen sind manche der kleinen Bilder besonders tief gehängt, sodass sie mit ihrer Höhe den Mittelpunkt eines benachbarten großen Bildes treffen. Zum anderen hat Legath einige Werke mit historischen Rahmen versehen, auch das eine besondere Qualität.
Die Ausstellung dauert bis zum 22. Februar und ist Freitag von 16 bis 20 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Verabredung. Galerie Villa Maria, Rosenheimer Straße 43, Bad Aibling, Telefon 08061/92770, E-Mail e.c.geyer@t-online.de. bö