Rosenheim – 40 Jahre bestand die Band Pink Floyd. Gegründet im Jahr 1965 von Syd Barrett, Roger Waters, Richard Wright und Nick Mason veröffentlichten sie Alben, die heute noch als Meilensteine gelten und die weit über den Rahmen von Rockmusik hinausweisen in der Verbindung von Rock, Klassik und Jazz. Das letzte nennenswerte Konzert von Pink Floyd fand 2005 in London statt, auf Einladung von Bob Geldof.
Kurios, dass Bob Geldof im Oktober 2012 in Rosenheim ein legendäres Konzert gab – und zwar im Ballhaus, wo die „Tribute“-Band „Beyond“ nun den Sound von Pink Floyd als Hommage wiederauferstehen ließ.
Mitbegründet wurde das Projekt von Bassist Xaver Spiess, an den Tasten wirkt Thade Weindl. Rhythmusgitarre spielt Phil Rutsch, Schlagzeug Tommy Eberhardt. Pit Dörr und Inga Heckmann übernehmen die Gesangsparts, als prominentestes Bandmitglied zaubert Ex-Jethro Tull-Gitarrist Florian Opahle an den Saiten. Als Bonus zum Sound kredenzte „Beyond“ eine Lightshow in den Saal des Ballhauses, mit Titeleinblendungen, Farbstrahlen und wechselnden Bildprojektionen.
Los ging es mit dem 1979 auf dem Album „The Wall“ veröffentlichten Stück „In the flesh“ von Roger Waters, geheimnisvoll und mit drängendem Klanggewitter, gefolgt vom rockigen „Learning to fly“. Die Bandgeschichte wurde außer von Waters maßgeblich mitgeprägt von David Gilmour, dessen Song „Sorrow“ nun folgte, beschwörerisch und nun mit längerem, virtuosem Gitarrensolo von Opahle.
Für Pit Dörr, dynamisch durchdringend am Gesangsmikro, übernahm nun Inga Heckmann für ein VocalSolo zu einer Projektion von Meeresbrandung. Ekstatisch und hymnisch, nur mit Melodie ohne Text, sorgte sie mit ihrer Performance im wenig bekannten Stück „Seabirds“ für Begeisterungsstürme. Dann die großen Hits von Pink Floyd: „Another Brick in the Wall“, sehr rockig, und „Wish you were here“, mit feinem Zusammenspiel von Rutsch an der Akustikgitarre mit Opahle. Zur Ballade „Shine on you crazy diamond“ steuerte Reinhart Knirsch als Gast ein phänomenales Saxofonsolo bei und verlieh dem Titel das „gewisse Etwas“ – Riesenjubel im vollen Saal. An den Seiten wurde längst getanzt, so zu „Money“ oder „Run like hell“. Gut gelang auch das mystische „Hey you“.
Dass Pink Floyd sich in ihrer Bandkarriere auch politisch einsetzten, zeigte sich am projizierten Text „Democracy is better than dictatorship“ – wie die epochale Musik der Band ebenfalls eine zeitlos treffende Aussage.
Andreas Friedrich