Malerei und strenge Skulpturen

von Redaktion

Werke von Fried Stammberger und Franz Ferdinand Wörle in Bruckmühl ausgestellt

Bruckmühl – Seit Jahrzehnten legt ein künstlerischer Beirat in Absprache mit dem Vorstand des Fördervereins der Galerie Markt Bruckmühl das jährliche Programm der Galerie fest. Die beiden Künstler, die derzeit ausstellen, gehörten – zu verschiedenen Zeiten – dem Beirat an: Fried Stammberger in den frühen Jahren, Franz Ferdinand Wörle später, aber dann für die Dauer von ganzen 18 Jahren. Wörle hat außerdem mehrere Skulpturenwege kuratiert und den entsprechenden Künstlern nicht nur mit Rat, sondern mehr noch mit Tat beiseitegestanden. Leider ist er bereits 2020 viel zu früh verstorben, aber seine Witwe hat dankenswerterweise seine Arbeiten zur Verfügung gestellt.

Malerei wird
zum Ausdrucksmitel

Fried Stammberger, der in Oberfranken geboren ist, absolvierte in den 1950er- Jahren eine Lehre als Keramiker. Er hat also genau wie Wörle zuerst räumlich gearbeitet. Aber bald wurde Stammbergers Ausdrucksmittel die Malerei. Seit vielen Jahrzehnten malt er, und sein Werk umfasst immer neue Themenbereiche, „Wanderungen – Wandlungen“, „panta rhei“ oder „floral“ sind seine Themen. Letztlich aber handelt es sich um eine intensive Beschäftigung mit der Farbe, der er in all seinen Motiven nachspürt und sie zum Ausdruck bringt. Stammbergers Geschichte seiner Malerei ist eine Geschichte der Entdeckungen und Funde – für ihn selber wie für sein Publikum. Fried Stammberger hat einen weiten Weg des Findens hinter sich gebracht, und eine oftmals langwierige, vielleicht sogar verzweifelte Suche gerät in Vergessenheit, denn der Fund – das fertige Bild – ist das, was bleibt. Die Farbe ist also sein großes Lebensthema, mit ihr geht er in immer neuer, meist überraschender Weise um.

Stammberger hat uns seine Idee von Landschaften und Blumenbildern vermittelt, die in den genannten Themengruppen ihren Ausdruck finden. In seinem Werk treten insbesondere die Farben Rot und Grün auf, Grün als Farbe der Natur schlechthin, Rot als eine Möglichkeit, Blüten zu charakterisieren. Rot verwendet er besonders gerne: als die Farbe des Lebens, des Feuers und der Wärme, aber auch als Symbol des Schutzes. Jedoch spielt auch Blau als Farbe der Vergeistigung eine wesentliche Rolle. Er trägt seine Farben – Öl auf Leinwand, Acryl auf Papier – satt auf, nimmt sie durch Verwischen und Übermalen zurück, um sie dann erneut darüber zu schichten und noch deutlicher als zuvor sichtbar zu machen. Ein Bild stellt er möglichst ohne Unterbrechung her, die Arbeiten, die er in einem Zuge gemalt hat, sind für ihn die überzeugendsten. Man hat den Rosenheimer Maler für sein Werk mit dem Seerosenpreis der Stadt München ausgezeichnet, des Weiteren mit dem Preis des Kunstvereins Rosenheim und mit dem Kulturpreis der Stadt Rosenheim.

Der Grafinger Bildhauer Franz Ferdinand Wörle hat den Umgang mit unterschiedlichen Materialien erlernt und erprobt, so zum Beispiel mit Glas, Keramik und Holz, bevor er in Eisen das Material fand, in dem er seine Vorstellungen am überzeugendsten verwirklichen konnte.

Strenge und
geradlinige Skulpturen

Sein Thema sind seine strengen, geradlinigen, disziplinierten Skulpturen, denen er Bezeichnungen wie „Tor“, „Stele“ oder „Kasbah“ (Schutzbau im nordafrikanischen Raum) mitgibt. Und davon finden Besucher nicht nur in dieser Ausstellung in jedem Stockwerk einige, sondern auch seit der Eröffnung der Galerie im Jahr 1994 das „Tor II“ draußen vor dem Haus. Diese Stele hat nun bereits 32 Jahre das Galerie-Geschehen miterlebt und von Beginn an das äußere Erscheinungsbild des Hauses mitgeprägt.

Wörle gestaltet innerhalb seines vorsätzlich eng gefassten Formenvorrats immer wieder neu, keine Form ist der anderen gleich. Auch wenn Skulpturen paarweise zusammengehören, so unterscheiden sie sich doch voneinander, jede besitzt ihre eigene Individualität. Und der Künstler lässt seine Werke mit Bedacht altern. Das ist der zweite Aspekt in seinen Werken: dass er diese zeitlos schlichten Arbeiten mit einer die Zeit sichtbar machenden Oberfläche versieht. So wird bei Wörle die fortschreitende Veränderung und schließlich auch Vergänglichkeit zum Thema seines Werkes. Seine Tore, Stelen und seine Kasbahs sind zu verstehen als Zeichen des Lebens und des Todes, Symbole der Ewigkeit. Auch Franz Ferdinand Wörle hat zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland mitgestaltet und Auszeichnungen für sein künstlerisches Werk erhalten.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 8. März. Öffnungszeiten: Mittwoch, 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 18 Uhr, Sonnenwiechser Straße 12, Bruckmühl.

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