Den Dingen auf den Grund gehen

von Redaktion

Laura Sachs stellt 22 Werke in der Galerie Eden in Bad Aibling aus

Bad Aibling – Laura Sachs, die in unserer Region wenig oder gar nicht bekannt ist, dafür um so mehr in Düsseldorf und Berlin, stellt derzeit in der noch jungen Galerie Eden in Bad Aibling aus. Eröffnet wurde diese Galerie, die Peter Greither ins Leben gerufen hat und für die er sich als künstlerische Leitung Sarah Regensburger zur Seite stellte, im Oktober vergangenen Jahres. Dies ist nun die zweite Ausstellung im ehemaligen Blumenladen in der Rosenheimer Straße.

Zarte, subtile
Ausdrucksformen

In dem hellen Raum hängen – auf Abstand bedacht – 22 Werke, die der genauen Betrachtung bedürfen. Es sind zarte, subtile Ausdrucksformen, auf besondere Weise in Szene gesetzt.

Es beginnt damit, dass die Vorderseite durch die Künstlerin eine besondere malerische Behandlung erfährt. Eine helle Farbe wird aufgetragen, vermischt mit Staub aus dem Atelier von Laura Sachs, die die industrielle Oberfläche der Leinwand verändert, sie ihren Impulsen anpasst. So stellt sie eine emotionale Bindung zu ihren Gemälden her, an der sie auch den Betrachter teilnehmen lässt.

Der nächste Schritt ist, dass Laura Sachs die vorbereitete Leinwand nicht von ihrer Vorderseite bemalt, sondern von der Rückseite. Sie setzt mit schwarzer Farbe Zeichen auf die Leinwand und presst die Farbe unter Kraftanstrengung, sodass sie partiell durch das Gewebe tritt. Dieses teilweise Hervortreten zeigt sich in unregelmäßigen Mustern auf der Vorderseite – stets verschiedenartig, nicht genau kalkulierbar.

Diesen Vorgang wiederholt sie auf der anderen Seite erneut, mehrmals wendet sie die Leinwand bis sie schließlich mit dem Ergebnis zufrieden ist. Schwarze Sprenkel auf hellem Grund gruppieren sich immer wieder anders auf den Leinwänden. Manchmal arbeitet sie Metall auf der Oberfläche der Arbeiten ein, das eine Annäherung an architektonische Formen assoziiert.

Philosophie-Studium
legt geistige Grundlagen

Mit einem Studium der Philosophie in Frankfurt hat sie die geistigen Grundlagen für ihre spätere Arbeit gelegt. Sie äußert sich dazu: „In der Philosophie geht man den Dingen auf den Grund. Das entspricht bis heute meiner künstlerischen Suche“. Mit einem Kunststudium an der Akademie in Düsseldorf setzte sie ihre Studien fort, indem sie Bildhauerklassen besuchte und diese als Meisterschülerin absolvierte. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland begleiten ihren künstlerischen Weg, auch Auszeichnungen und Stipendien gehören dazu.

Eine kluge Entscheidung von Sarah Regensburger war es, diesen reduzierten Arbeiten die zeichnerischen Vorstudien des international bekannten Künstlers Christo gegenüberzustellen. Denn sie erhellen den architektonischen Gedanken von Laura Sachs um einen weiteren Aspekt. Christo und seine Frau Jeanne-Claude wurden durch die temporäre Verhüllung von Projekten im öffentlichen Raum berühmt, darunter die des Reichstagsgebäudes, der Oper in Sydney oder eines Gebäudes auf dem Times Sqare.

Diese Vorstudien, die von einem privaten Sammler für die Ausstellung zur Verfügung gestellt wurden, sind Zeichnungen und Collagen, die Einblick geben in den Entstehungsprozess der Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude. Sie zeigen, wie klare Formen, Gebäude oder Landschaften, durch Verhüllung neu erfahrbar werden. „Constructions“, so der Ausstellungstitel von Laura Sachs, schlägt eine Brücke zu den Konstruktionen des weltberühmten Künstlerpaares.

Ausstellung noch bis Mitte März

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