Ein Quintett vom Feinsten

von Redaktion

Gitarrist Geoff Goodman feiert seinen runden Geburtstag in Rosenheim – Konzert im „Le Pirate“

Rosenheim – Vor Kurzem feierte man noch in der Rosenheimer Jazz-Community den runden Geburtstag von Joe Haider, schon stand der nächste „Runde“ an – diesmal war der Wahlmünchner Gitarrist Geoff Goodman an der Reihe, bestens bekannt durch einige Konzerte im „Le Pirate“. Oder auch bei den Bad Aiblinger „Saitensprüngen“, wo er vor vielen Jahren mit dem Projekt „le petit chien“ das Kurhaus-Foyer bespielte.

Das „Pirate“ war bereits durch viele Reservierungen ausgebucht zum Geburtstags-Stelldichein, das Goodman und Co. einen Tag zuvor in der Münchner „Unterfahrt“ begonnen hatten. Die „Co.“ waren namhafte Jazzer aus der bayerischen Szene: Andy Kurz am Bass, Bastian Jütte am Schlagzeug, Matthieu Bordenave am Tenorsaxofon. Und aus Berlin kam noch Rudi Mahall mit seiner famosen Bassklarinette dazu – mit dem Saitenvirtuosen Goodman also ein Quintett vom Feinsten und gut eingespielt durch gemeinsame Projekte.

„Mostly Monk“ ist der Titel der aktuellen CD von Goodman im Trio (für Fans: in der BR-Mediathek als Clubkonzert) und dementsprechend standen sperrige Kompositionen von Thelonious Monk im Zentrum, garniert mit einigen Schmankerln von Goodman, der bei John Abercrombie (2009 Konzert bei den „Saitensprüngen“) Komposition studiert hatte.

Bereits im ersten Stück zeigte sich die Charakteristik des Abends: eingängiger Beginn, dann Goodman mit seinen Saitenkünsten „gefeatured“ von der Rhythmusgruppe und Wiedereinstieg der Bläser. Mit großem Variantenreichtum und hoher musikalischer Bandbreite zwischen mehreren Stilrichtungen agierten die fünf Musiker und sorgten für immer neue Überraschungen. Wie in Monks Stück „Introspection“ mit schrägen Bläsern, dabei konzentriert und vertrackt.

Mit seiner Virtuosität erntete Geburtstagskind Goodman einige Male Applaus für solistische Leistungen an der E-Gitarre, mit komplexem Akkord- und Melodiespiel auf dem ganzen Griffbrett. Doch nicht nur musikartistische Kapriolen gab es, sondern auch „funky“ Jazzrockiges wie „Anybody´s head“, was sich wie Klassiker von Weather Report anhörte, mit gutem Groove, griffigem Thema und mächtigem Gebläse.

Im zweiten Set ging es gar mit latin-ähnlichem Sound weiter, „eins für Heinz“ (Komposition Goodman) und eine wunderbar getragene Ballade voller Tiefe und Ernsthaftigkeit waren gleich mehrere Highlights neben tollen Soli, die von den Gästen mit Extraapplaus gefeiert wurden. Zu lachen gab es auch, mit typischen Musikerwitzen à la: „Wenn Dir die CD nicht gefällt, schenkst Du sie jemandem, den Du nicht leiden kannst.“

Zum Schluss zog das energiegeladene Geburtstagsquintett im rasanten Stück „Strip Poker“ im Bebop-Stil inklusive Bassklarinettensolo noch mal alle Register – tolles Konzert, war das wieder gut, Mann!

Andreas Friedrich

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