Rosenheim – Bildhauermeister Robert Spannagel verstarb am 9. Januar im Alter von 62 Jahren. Er hinterlässt ein wertvolles künstlerisches Vermächtnis an Steinmetzarbeiten, Steinwerk, Skulpturen im öffentlichen Raum und Kunstwerken aus Holz, Stein, Marmor und weiteren Materialien.
Spannagel wurde im Oktober 1963 in Rosenheim als Sohn des Restaurators und Kunstmalers Franz Spannagel geboren. Zusammen mit seinen Geschwistern ist Robert Spannagel in Brannenburg in Oberbayern aufgewachsen.
Nach der Schulzeit in Rosenheim erlernte er das Schreinerhandwerk und absolvierte eine zweite Lehrzeit als Bildhauer. Robert Spannagel war von 2002 bis 2011 Gemeinderat und von 2008 bis 2011 Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Brannenburg. Von 2002 bis 2008 war er Mitglied der Verbandsversammlung des Schulverbandes Brannenburg.
Robert Spannagel hat sich durch sein Wirken als Zweiter Bürgermeister und Gemeinderat sowie als Mitglied der Verbandsversammlung des Schulverbandes bleibende Verdienste erworben. Spannagel hat sich mit ganzer Kraft für seine Heimat und für das Allgemeinwohl eingesetzt.
Im öffentlichen Raum steht in Rosenheim seine dynamische Skulptur aus Drahtschlingen für den Kinderschutzbund und in Stadt und Landkreis Rosenheim mehrere Kunstwerke aus Brannenburger Nagelfluh-Biberstein. Den Grundsatz seiner Tätigkeit als Bildhauer hat Robert Spannagel in folgender Aussage zusammengefasst: „Ich möchte dem zu bearbeitenden Material nichts aufzwingen, sondern ich suche nach dem schon Vorhandenen und lege dieses frei.“
Der grüne Leguan sei zudem Vorbild für seine Meisterprüfungsarbeit „Iguana iguana“ 1998 in Freiburg gewesen. „Das Tiefengestein Diorit harmoniert mit der Darstellung dieser Urechse. Maße: circa 155 mal 68 mal 45 Zentimeter, Gewicht: etwa eine Tonne.“
„Der Schiffsmo“ war ursprünglich eine Bildhauerarbeit zur Beteiligung an der Ausstellung „Inn in Kunst – Kultur – Geschichte der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg“ im Pfarrsaal Christkönig im Jahr 2011. An der Innstraße beim Parkplatz am Inndamm mit Fahrradweg in Richtung Neubeuern, steht der „Steinerne Schiffsmann mit seinem Kahn“, eine Skulptur des Brannenburger Künstlers Robert Spannagel.
Die 2001 errichtete Brücke verbindet den Inn zwischen Raubling und Neubeuern. Unverdrossen schiebt der steinerne „Schiffsmo“ an der Innbrücke zwischen Neubeuern und Raubling seinen Kahn Richtung Passau.
Die beiden Gemeinden diesseits und jenseits des Flusses hatten das Kunstwerk aus Nagelfluh vor einigen Jahren anlässlich der Eröffnung der neuen Brücke über den Inn gemeinsam gekauft und nahe einer geschichtsträchtigen Stelle platziert.
Etwas weiter südlich wurden einst Innschiffe ins Wasser gesetzt. Am Vorplatz vor dem Bahnhof Brannenburg steht der „Drei-Kirchturm-Brunnen“.
Im Zuge einer Neugestaltung wurden die auf einem Felsen stehenden Kirchtürme installiert, welche nach der Gebietsreform 1975 die Zusammenlegung der drei Gemeindeteile von Brannenburg symbolisieren: Brannenburg mit dem Spitztürmchen, Degerndorf mit dem Zwiebelturm und St. Margarethen mit der neugotischen Abtreppung. Als Zeichen der Verbundenheit umschließt ein Tau mit Knoten die drei Türme.
Der Bildhauer „Charly“ Robert Spannagel bleibt mit diesen Denkmälern, mit seinen Skulpturen und Steinwerken in lebendiger Erinnerung, und jedem, der ihn kannte, zaubern diese Werke ein Lächeln aufs Gesicht. Bernhard Stalla