Rosenheim – Seit 2013 vergibt das Jazzinstitut der Musikhochschule München in Gedenken an den verdienten Musikpädagogen den Kurt-Maas-Preis. Unter anderem erhielten ihn der Pianist Leo Betzl, Shuteen Erdenabaataar (ebenfalls Piano) und der Gitarrist Elias Prinz – alle bestens bekannt in der regionalen und überregionalen Jazzszene und mit starken Auftritten vor allem im „Le Pirate“. Jetzt gastierte mit „Acoustic Hammer“ das vielversprechende Preisträgertrio des vergangenen Jahrs im kleinen und gut gefüllten Club.
Gemeinsam mit dem deutsch-britischen Bandleader Edi May mit Tenorsaxofon und Klarinette spielten Bassist Ilan Gold und Schlagzeuger Nathan Carruthers. Das Publikum durfte sich auf ein hochkreatives Programm mit einem Mix aus umarrangierten Jazz-Standards und Eigenkompositionen mit vielen Hörschmankerln freuen, die das Trio bei bester Laune kredenzte. Mit „Evidence“ von Thelonious Monk stieg das Trio ein, zunächst sperrig mit vertrackter Rhythmik, dann mit anziehendem Tempo und gekonnten Einlassungen von May am Tenorsaxofon. Weicher dann „I have never been in love before“, mit träumerischem Saxofon und dann vielen experimentelleren Duo- und Triopassagen, dem Bass im Zentrum und einigen Überraschungen – sehr unterhaltsam.
Das vielleicht stärkste Stück des Abends gab es noch vor der Pause, und zwar als Ineinanderfließen von zwei Kompositionen, den „Etudes“ von Charie Haden und dem von „Dune“ inspirierten „allmächtigem Sandwurm“ aus der Feder von Ilon Gold. Beschwörerisch und mit orientalischem Einfluss stieg Edi May ein, diesmal mit Sopransaxofon, dann übernahm Ilan Gold mit feinem Bass, um mit Carruthers ungeheuer rhythmische Urgewalt zu erzeugen, zu deren funky Groove stieg dann auch May wieder mit ein – unwiderstehliche Passagen! Nach einem von Sonny Rollins inspirierten Stück und der „Latin“-orientierten „Maracujaschorle“ ging es in die Pause.
Eine weitere beinah tanzbare Darbietung aus Rhythmus- und Melodieattacke, flirrend und mitreißend, war „Anthem“ von der Band Radiohead. Ein weiterer Höhepunkt war der umgewandelte Standard „Tea for Two“ mit einer längeren Schlagzeugpassage quasi auf der „Schwelle“ zum Solo, immer wieder mit zielsicheren Einsprengseln von Saxofon und Bass angereichert – große Klasse.
„Calypso“ von Dizzy Gillespie und gar eine Melodie aus dem „Lord of the Rings“ zeugten, wie der ganze Auftritt des Trios, von hoher Musikalität und kreativer Spielfreude – starke Performance des Trios.
Andreas Friedrich