Exzellent gelungener Konzertauftakt

von Redaktion

„Strings in Motion“ eröffnen die Wasserburger Rathauskonzerte 2026

Wasserburg – Mit Kompositionen aus rund 270 Jahren Musikgeschichte zwischen Klassik, Romantik und Moderne begeisterten die studentischen Musiker des Orchesters „Strings in Motion“ im großen Rathaussaal auf ganzer Linie.

Gegründet wurde das Streicherensemble von Orchesterleiter Christos Kanettis als Kooperationsprojekt zwischen dem Salzburger Mozarteum, dem Südtiroler Musikinstitut und dem Landeskonservatorium Innsbruck im Jahr 2014. „Strings in Motion“ vereint junge Talente, die ihr Studium den Streichinstrumenten gewidmet haben. Im historischen Rathaussaal war das Orchester mit 16 Streichern und einem Cembalo als begleitendes Tasteninstrument besetzt. Die Musiker beeindruckten durch eine große musikalische Bandbreite bei virtuoser Instrumentenbeherrschung mit einem perfekten Zusammenspiel.

Bereits der Konzertbeginn zur Sonntagsmatinee sorgte für eine tolle Überraschung. Erfrischend anders als gewohnt betrat das Streicherorchester nicht über den Bühneneingang den Saal. Stattdessen kam „Strings in Motion“ direkt zur Saaltür herein. Fernab der Bühne bezogen die Musiker Positionen direkt im Publikum verteilt, was die faszinierende Akustik des Rathaussaales mit seinem Tonnengewölbe einmal mehr unterstrich. Die eigentliche Eröffnung startete dann mit dem Konzert für Cello und Streicher in A-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach, dem zweiten Sohn von Johann Sebastian Bach. Energiegeladen konnte sich die Solostimme des Cellos, gespielt von Paolo Tedesco, immer wieder gegen die anderen begleitenden Instrumente durchsetzen. Von der Klassik führte der musikalische Zeitstrahl in die Romantik zu Robert Schumann. 1851 entstand Schumanns „Märchenbilder“, neu arrangiert für Viola und Streichorchester. Die Fantasie entführte in eine poetisch-verträumte, ja fast märchenhafte Klangwelt. Das Bratschensolo wurde von Marinus Kreidt gespielt, dem der musikalischen Dialog mit den übrigen Instrumenten exzellent gelang. Dass Schumann wohl gerne Dichter geworden wäre, wurde in dieser Komposition auch deutlich spürbar.

Mit Édouard Lalo (1832 bis 1892) und Nino Rota (1911 bis 1979) führte die musikalische Reise über die Epoche der Moderne ins 20. Jahrhundert. In Lalos „Intermezzo“ für Violine und Streichorchester stellte Violinist Stylianos Mastrogiannis sein Können unter Beweis. Nino Rota wiederum zählt zu den bedeutendsten Filmkomponisten des 20. Jahrhunderts. Er war Hauskomponist der Filmemacher Federico Fellini und Luchino Visconti. Für „Der Pate II“ erhielt Rota den Oscar für die beste Filmmusik.

Neben dem Filmgenre schuf er aber auch eine Vielzahl von Werken von der Oper bis zum Streichkonzert. Zu seinem Stück „Concerto per Archi“ konnte „Strings in Motion“ noch einmal seine musikalische Perfektion unter Beweis stellen. Das Wasserburger Publikum war ausnahmslos entzückt, zumal es mit „Oblivion“, einer der bekanntesten Kompositionen von Astor Piazzolla, als Zugabe verabschiedet wurde.

Artikel 5 von 6