Traunstein – Einer der renommiertesten Gitarristen unserer Zeit, Carles Trepat i Domingo, ein klassischer Gitarrist aus der katalanischen Gitarrenschule, gab ein von gut 150 begeisterten Zuhörern besuchtes Konzert auf der Bühne des Kulturforums Klosterkirche. Über zwei Stunden lang bestritt er als Solist den Abend – meist mit leisen, liedhaften, fast meditativen Stücken aus der klassischen spanischen Gitarrenliteratur vom frühen 16. Jahrhundert angefangen bis Mitte des 20. Jahrhunderts.
Carles Trepat spielte voller Konzentration, sehr zurückgenommen bescheiden, ohne Noten, und schien den zwischen den Stücken aufbrandenden Applaus beinahe widerstrebend entgegenzunehmen. Wegen der zarten, virtuos brillant gespielten Töne der Gitarre war es meist mucksmäuschenstill im Saal, denn jedes Knistern von Papier war zu hören.
Zu verdanken ist der Abend dem Gitarrenlehrer und Gitarristen Alfred Schillmeier, der seit 25 Jahren Lehrer an der Musikschule Traunstein ist und seit 2005 die Konzertreihe „Traunsteiner Gitarrenkonzerte“ ins Leben rief, unterstützt vom damaligen Oberbürgermeister Fritz Stahl und Musikschulleiter Augustin Spiel.
Carles Trepat wurde bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet und spielt in internationalen Konzerthäusern wie Toronto, London, Moskau und Sevilla sowie bedeutenden Gitarrenfestivals wie Granada und Cadaques. 2014 erhielt er den „Honoric Prize José Tomás“, der bisher nur wenigen herausragenden klassischen Gitarristen zuteil wurde.
Trepat spielte auf einer historischen Gitarre, die von Antonio de Torres 1892 in Almeria gebaut wurde. In der Klosterkirche kamen unter anderem Stücke von Fernando Sor (1778 bis 1839), Miguel Llobet (1878 bis 1953), Alonso Mudarra (1510 bis 1580) und Eduardo Sainz de la Maza (1903 bis 1982) zu Gehör. Aber das Publikum hatte noch lange nicht genug, sodass einige Zugaben folgten. Christiane Giesen