Maitenbeth – Peter Schwenk, ein Bildhauer und Metallkünstler aus Maitenbeth, ist 80 Jahre alt geworden. Geboren am 11. März 1946 in Planegg, studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München. Bekannt ist er insbesondere für große Skulpturen aus Aluminium und Stahl, oft mit geometrischen Formen und Kugeln. Seine Werke stehen in öffentlichen Räumen und in Ausstellungen. In Maitenbeth betreibt er ein Atelier mit Skulpturengarten, in dem viele seiner Arbeiten zu sehen sind.
Zum 80. Geburtstag blickt der Bildhauer Peter Schwenk gelassen auf sein Leben. „Eigentlich bedeutet mir die Zahl nicht viel“, sagt er. Solange er sich kreativ fühle, spiele das Alter für ihn nur eine untergeordnete Rolle. Mit einem Augenzwinkern gesteht er allerdings, dass er inzwischen gerne einmal seine Söhne bittet, schwere Dinge für ihn zu tragen.
Der Weg zum
freischaffenden Künstler
Seine Leidenschaft für das künstlerische Arbeiten entdeckte Schwenk schon in jungen Jahren. Bereits als Kind begann er zu basteln und mit verschiedensten Materialien zu experimentieren. Nach einer Lehre als Mosaikbildner und Glasmaler studierte er an der Akademie der Bildenden Künste. Zunächst arbeitete er als Kunsterzieher und engagierte sich auch als Erzieher im antiautoritären Kindergarten in Maitenbeth, bevor er ab Ende der 1970er-Jahre als freischaffender Künstler tätig wurde.
Um seine Kunst leben zu können, übernahm er zunächst verschiedene Nebentätigkeiten und gründete unter anderem eine Handwerkergruppe, die Wohnungen renovierte und Möbel entwarf. Um 1980 gelang es ihm schließlich, sich als Künstler zu etablieren und davon leben zu können.
Bekannt wurde Peter Schwenk vor allem durch seine Arbeiten aus Metall und Schrottteilen. Schrottplätze bezeichnet er bis heute als einen „Spielplatz für Erwachsene“. Aus Fundstücken schuf er zahlreiche Skulpturen und entwickelte daraus seinen eigenen Stil. Besonders prägend war für ihn die Phase der Aluminium-Großplastiken: Zwischen 1990 und 2010 schuf er 33 große Skulpturen, von denen viele in Städten in Bayern, Deutschland und sogar im Ausland aufgestellt sind – unter anderem auch in Wasserburg und im Park des Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee.
Wichtige künstlerische Vorbilder waren für ihn unter anderem der britische Metallbildhauer Anthony Caro sowie große Namen wie Picasso, Paul Klee oder Marc Chagall. Dennoch sei es entscheidend gewesen, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln.
Gesellschaftlicher Spiegel
und persönlicher Halt
Schönheit in der Kunst bedeutet für Schwenk vor allem Authentizität und einen Eindruck, der auch beim zweiten Blick bestehen bleibt. Als religiös versteht er sich nicht – er bezeichnet sich eher als Atheist –, setzt jedoch großes Vertrauen in Familie, Freundschaften und die eigene künstlerische Arbeit. Auch gesellschaftliche Themen greift Peter Schwenk in seiner Kunst auf. So schuf er in Maitenbeth ein Mahnmal für Opfer kirchlichen Missbrauchs. Kunst könne helfen, Erinnerungen wachzuhalten und gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen.
Große Bedeutung hat für ihn seine Familie, die ihm heute Halt und Freude gibt. Heimat empfindet er vor allem in Oberbayern – insbesondere in Maitenbeth, wo er seit den 1970er-Jahren lebt.
Auch mit 80 Jahren ist der Künstler weiterhin aktiv. Noch immer malt er, experimentiert mit neuen Techniken und stellt seine Werke aus. Ausstellungen bieten ihm die Möglichkeit, seine Werke zu zeigen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Resonanz des Publikums ist für ihn bis heute eine wichtige Motivation.