Bruckmühl – Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kulturmühle, als Angela Ascher ihr erstes Soloprogramm „Verdammt, ich lieb mich“ in Bruckmühl vorstellte. Groß war die Vorfreude des Publikums auf den Liveauftritt der Aktrice, die durch zahlreiche TV-Rollen (vom „Bergdoktor“ bis zu den „Rosenheim-Cops“, von „Notruf Hafenkante“ bis zur „SOKO Wien“ und insbesondere als „Ilse Aigner“ im Singspiel bei der Starkbierprobe am Nockherberg) bundesweite Bekanntheit erlangt hat.
Und Angela Ascher erfüllt die in sie gesetzten Erwartungen von der ersten Minute an. Temperamentvoll, gutgelaunt und mit viel Schwung startete sie ihren Bühnenauftritt rund um alle Themen, die Frau so bewegen, wie etwa Garderobenfragen. „Kleider müssen gut aussehen, aber sie müssen auch passen“, „mit meinen Hosen aus den 90er-Jahren hätte Christo den ganzen Reichstag einwickeln können“ oder „in weiten Hosen sehe ich aus wie der Zwerg im Garten von meiner Oma“, aber auch „was nutzen die schönsten Sachen, wenn keiner neidisch ist“.
Weitere existenzielle Probleme blieben ebenfalls nicht unerwähnt: „Ich bin vegan und im Supermarkt sind die Pastinaken aus“, so ihre Klage. Mit Selbsterkenntnis wartete die Künstlerin gleichfalls auf: „Ich bin wie ein Ikea-Regal, da muss man lange schrauben, bis ich so aussehe wie im Prospekt“ und „mein Mann hat schon alles am mir nackig gesehen, nur mein Gesicht nicht“. Auch Empfehlungen für die Partnerwahl hatte Angela Ascher im Programm: „Ich hab meinen zweiten Mann auf Ebay-Kleinanzeigen geschossen, beim Autokauf. Jetzt will ich, dass er mich auch nach Jahren noch so anschaut wie das Auto“.
Überhaupt die Partnerwahl: „Man wird ja von niemandem mehr angesprochen“. Die Schlussfolgerung der Kabarettistin: „Das liegt bestimmt am Rauchverbot“, denn: „Der Rauch war der perfekte Weichzeichner, deshalb eben auch die Zigarette danach.“ Und „Sex in der Ehe ist wie Schlafwandeln in der eigenen Wohnung; da weiß man, wo alle Schalter sind“.
Herzhaftes Gelächter, Heiterkeit und viel Szenenapplaus im Saal legten Zeugnis ab, wie sehr das Bruckmühler Publikum den Abend genoss. „Trump hat sich bei der bayerischen Staatskanzlei beschwert, sie hätten Schloss Neuschwanstein aus Disneyland geklaut“, ließ Angela Ascher die Anwesenden zwischendurch wissen und räsonierte dann über das Phänomen der KI. „Meine Tochter lässt ihre Hausaufgaben heute von einer willenlosen Figur machen, meine hat früher der Papa gemacht.“
Bei zwei Töchtern, die inzwischen das Teenager-Alter erreicht haben, sind ihr auch Mutter-Sorgen nicht fremd: „Ein guter Babysitter ist ein solches Wunder wie eine Wiesn-Mass unter 15 Euro“. Mit der Aufforderung an die Anwesenden „Sagt zu euch selbst, verdammt ich lieb mich, so wie ich bin“, beendete Angela Ascher unter tosendem Applaus ihr Programm und konnte sich der Liebe des Bruckmühler Publikums sicher sein, denn da war die Meinung einhellig: Verdammt gut war’s!
Cornelia Ahrens