Der positive Kern der Dinge

von Redaktion

Stefan Kröll präsentiert im Kuko Rosenheim sein Programm „Schee wuid“

Rosenheim – Seit über einem Jahr füllt Stefan Kröll mit seinem siebten Soloprogramm „Schee wuid“ Stadthallen und Festzelte in ganz Deutschland. Mit seinem feinen, hintersinnigen Humor, skurrilen Verknüpfungen von Lebensläufen, Kunstepochen, Geschichten und Geschichte bringt der gelernte Schreiner seit 2008 sein Publikum als Kabarettist und Liedermacher zum Lachen.

Im Kultur- und Kongress-zentrum wurde der Selfmade-Rocker Kröll erstmals von der jungen Band „Strawberry Moon“ begleitet, die mit zwei tollen Stimmen (Irmi Haager und Stefan Krölls Tochter Maria Kröll) sowie dem Gitarristen (Marinus Schmid) die Besucher begeisterten. Gleich ob Country, Jazz oder Balladen – das Trio erzeugte Gänsehaut und machte nach ihrem Bühnendebüt Lust auf mehr.

Herrliche
Gedankensprünge

So wie auch der bodenständige Kröll, der in bestem Bairisch mit herrlichen Gedankensprüngen seine Sicht auf die Welt kundtat und sein Publikum auf eine „scheene wuide Reise“ von den Anfängen der Weltgeschichte bis in die heutige Zeit mitnahm. Er sprang von Sokrates, als Trendsetter der Jugendmode, zu den Klimaklebern, verglich dorische Säulen mit Karl Lauterbach (schlicht, spartanisch streng) und ließ Markus Söder als Monumentalstatue auf dem Königsplatz des Griechenland-affinen König Ludwig I. in seinen Träumen erstrahlen. Fazit: Wie die Propyläen in München oder Heidi Klum: „Schee is scho, aber braucht hätt`s es ned.“

Auch für die Welt wäre die Lebensphilosophie von Sokrates gesünder: „Der höchste Reichtum ist die Fähigkeit, mit wenig zufrieden zu sein.“ Wenn gleichzeitig nicht alles schwarz gesehen wird, sondern die Lichtstreifen in den Mittelpunkt des Lebens gestellt werden, so wie in dem Gemälde von Kasimir Malewitsch „Das schwarze Quadrat“, bei dem die weißen Risse den tieferen Sinn ausmachen, bleibt das Leben lebens- und liebenswert. „Nur wer die weißen Risse sieht, der kann die schwarze Wand ertragen“, so Kröll.

Nicht nur „Strawberry Moon“ sorgte für Musik, auch Kröll selbst machte Musik. Er begleitete sich auf dem Keyboard mit Texten wie „Wenn ein Blinder einen Nackerten trifft“ und rockte zum Finale als Rauswerfer die Bühne mit E-Gitarre und akrobatischer Einlage. So schnell ließ sich das Publikum allerdings nicht rauswerfen – erst nach mehreren Zugaben durften Kröll und seine Band die Bühne nach fast drei Stunden verlassen.

Raus aus der
Alltagsschlaufe

Sein Ziel hatte der Kabarettist erreicht. „Mit dem Stück versuche ich, die Leute ganz aktiv aus der Alltagsschleife rauszuholen und Dinge darzustellen, die auf den ersten Blick witzig, schräg und kurios sind, jedoch alle einen positiven Kern haben. Damit kann ich die Leute unterhalten und motivieren zugleich.

Das „schee“ im Titel steht für die Idee, die „Schönen Dinge“ um uns herum noch mehr wahrzunehmen. Wenn die Gäste am Schluss viel gelacht und gleichzeitig etwas „mitgenommen haben, habe ich alles erreicht“. Mitzuerleben ist Stefan Kröll am Donnerstag, 11. Juni, gemeinsam mit der Kapelle „So&So“ in Feldkirchen-Westerham auf dem Festplatz, dann mit seinem neuen Programm „Helden und Legenden“.

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