Weil Hoffnung eine Stimme braucht

von Redaktion

Innphilharmonie Rosenheim gibt am 18. April im Kultur- und Kongresszentrum Beethovens 9. Symphonie

Rosenheim – In ihrem diesjährigen Frühjahrskonzert am Samstag, 18. April, lässt die Innphilharmonie Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Gastchor „Coro Desiderio da Settignano“ aus Florenz (Einstudierung Patrizia Schivoletto) unter der künstlerischen Leitung von Andreas Penninger Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 op. 125 erklingen. Das Werk wird erstmals in Rosenheim aufgeführt.

Dieses Spätwerk, bei dessen Uraufführung (1824) Beethoven bereits völlig ertaubt war, ist für Penninger mehr als Musik: „Es ist eine Haltung. Freiheit, Würde, Brüderlichkeit und Hoffnung sind keine historischen Begriffe, sondern Fragen unserer Gegenwart.“ Penninger betont auch den innovativen Charakter des Werkes: „Mit der Einbeziehung von Gesang in die Symphonie sprengt Beethoven alle Konventionen. Die Neunte ist ein künstlerischer Aufbruch, der zeigt, dass Fortschritt nur durch Mut zur Veränderung entsteht.“ Wurde die Ode an die Freude aus dem Schlusssatz, deren Originaltext der Feder des jungen Friedrich Schiller entstammt, auch Europahymne, dürfe sie niemals zur Folklore erstarren, betont Penninger: „Jede Aufführung ist eine neue Befragung: Meinen wir diese Werte heute noch ernst? Oder hören wir nur schöne Klänge?“ Die Neunte zeige musikalisch, dass Gemeinschaft nicht selbstverständlich sei, sondern errungen werden müsse. „Allein deshalb ist es wichtig, auch und gerade heute dieses monumentale Werk, Wendepunkt in der Musikgeschichte, aufzuführen. Dass die Innphilharmonie gemeinsam mit italienischen Gästen musizieren darf, unterstreicht diesen Aspekt“, sagte Penninger.

Eingerahmt wird das musikalische Erlebnis durch Texte des Schriftstellers und Drehbuchautors Christian von Aster. In kurzen Vorreden zu den einzelnen Sätzen der Sinfonie erläutert er zwischen Poesie und Anekdoten Hintergründe und Kuriosa zu Beethovens Neunter sowie deren Rezeption über die Zeit, Musik und allzu Menschliches. Die Zuhörer können sich auf ebenso nachdenkliche wie vergnügliche Worte freuen.

Es singen der Chor und das Orchester der Innphilharmonie, der „Coro Desiderio da Settignano“, Christian von Aster (Orator), Yvonne Steiner (Sopran), Franziska Rabl (Alt), Markus Herzog (Tenor) und Franz Hawlata (Bass). Das Konzert findet am Samstag, 18. April, um 19 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim statt. Karten gibt es im Vorverkauf im Kuko, Telefon 08031/3659365.

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