Bad Endorf – „Wir sind froh über ein so empfängliches Publikum und über unseren Auftritt in diesem schönen Saal.“ Mit diesen Worten bedankte sich Cellist Matthias Diener vom Minguet Quartett für den langen Applaus im leider nicht sehr gut besetzten Kultwerk von Bad Endorf. Zusammen mit Ulrich Isfort und Annette Reisinger (Violine) und Aida-Carmen Soanea (Viola) spielte Diener Streichquartette von Mozart, Schönberg, Mahler und nach der Pause von Mendelssohn Bartholdy.
Mit wiegenden
Rhythmen
Mozarts Streichquartett in d-Moll KV 421 berührte im Kopfsatz durch helle, zarte und geschmeidige Streicherklänge voller Kantabilität, aber auch durch schneidende Dissonanzen. Das lyrische Andante strahlte Ruhe und Harmonie aus, während die Sologeige im Menuetto zu Pizzicato-Begleitung wienerischen Charme erklingen ließ. Das Finale mit einem unerwarteten D-Dur-Schluss berührte durch wiegende Rhythmen und große Emotionalität.
Mit Hingabe und Akkuratesse spielte das Minguet Quartett das romantisch beschwingte Scherzo für Streichquartett in F-Dur von Arnold Schönberg. Das Scherzo-Thema baut sich aus zwei-, dann dreitönigen Motiven auf und wird gefolgt von einer motivisch etwas ausführlicheren Fortführung in der Violine. Im Trio wirkte das Klangbild etwas leichter, wobei Schönberg mit einigen rhythmischen Figurationen geschickt auf die bisher eher vernachlässigte Themenfortführung anspielt. Das Minguet Quartett interpretierte diesen Satz mit Sinn für dramatische klangliche Steigerungen.
Gustav Mahlers melancholisches Lied „Ich bin der Welt abhandengekommen“ gehört zu seinen persönlichsten und charakteristischsten Vokalwerken. In diesem Werk war das Minguet Quartett ganz in seinem Element. Zart und durchsichtig verströmte die innige Melodie einen morbiden Zauber.
Zum Abschluss erklang Mendelssohns herrliches Streichquartett op. 80 in f-Moll. Der Komponist schuf nach dem Tod seiner Schwester Fanny mit diesem Werk eine in Töne gesetzte Klage. Zu Herzen ging das Klagelied der Violine im Allegro vivace assai. Unruhig und düster flirrten die Streicher im Scherzo, in dem ein rhythmisch sperriger Ostinato Bass dominierte.
Nach einem lyrisch zarten Adagio spielte das Minguet Quartett den Finalsatz voller fesselnder Leidenschaft und Temperament. Zum Dank für den stürmischen Beifall führte das Minguet Quartett noch die melodische Cavatine aus dem Divertimento op. 14 für Streichquartett von Erwin Schulhoff auf.