Musikalischer Frühlingsauftakt

von Redaktion

Festabend der 53. Wasserburger Volksmusiktage im Historischen Rathaussaal

Wasserburg – Lieder und Geschichten rund um den Frühling begeisterten bei den 53. Volksmusiktagen im Rathaussaal. „Es kimmt des Fruahjahr, wo sie alles freid“ bot ein kurzweiliges Programm mit tollen Stimmen und hervorragender Instrumentalmusik. Die ursprüngliche Volksmusik erlebt in Bayern eine Renaissance. Säle und traditionelle Wirtshäuser, wo es sie noch gibt, sind voll bei Musikantentreffen und Wirtshaussingen.

Ein Höhepunkt im
Kulturkalender der Stadt

In Wasserburg zählen die Volksmusiktage zu den Höhepunkten im Kulturkalender. Claudia Geiger organisiert die Veranstaltungswoche im Frühjahr seit dem Jahr 1998 in der Nachfolge von Bert Lindauer. Mittlerweile ist auch Tochter Magdalena Geiger in der Organisation mit dabei.

Beim Festabend im Rathaussaal präsentierten sich dann die fünf eingeladenen Gruppen in Bestform. Das Publikum erlebte einen bunten Querschnitt durch das Genre einer ungekünstelten Volksmusik. Passend zur Jahreszeit stand in den rund 30 Stückeln das Erwachen der Natur und die „Liab“ im Mittelpunkt, sympathisch und stimmungsvoll moderiert von Martin Wieland.

Begrüßt wurden die Gäste a cappella von den „Rimstinger Sängern“ mit dem „Audorfer Jodler“. Musikalische Unterstützung erhielt der Viergesang um Christoph Bauer, Markus Dettendorfer, Hannes Ettenhuber und Raimund Steinberger dann von Peter Anderl. Der Zitherspieler aus Raubling gehörte zu den legendären „Inntaler Sängern“, die nach 67 Jahren ihre aktive Zeit in der Volksmusik im vergangenen Jahr beendeten. Die „Rimstinger Sänger“ beeindruckten mit bemerkenswerter Harmonie der verschiedenen Stimmen. Die Musikantengruppe „De boarische Bris“ machte dann ihrem Namen alle Ehre: fetzige Stückl, die das bairische Lebensgefühl mit frischem Wind versorgten. Die traditionelle Tanzlmusi begeisterte mit schwungvollen Tänzen wie Polka, Walzer und Boarischer, zeitgemäß arrangiert und zugleich der alpenländischen Tradition verpflichtet.

Musikalisch etwas ruhiger präsentierten sich die Geschwister Moosrainer, ein Dreigesang von faszinierender Ausstrahlungskraft und Klarheit. Ihre Musik ist tief in der alpenländischen Gesangstradition verwurzelt. Auch Magdalena, Ronja und Simon Moosrainer sangen in ihren Liedern vom Aufleben der Natur und der Menschen im Frühling als die schönste Zeit im Jahr.

Magdalena Geiger, Veronika Schulz und Maria Weigl haben sich im Hackbrettstudium an der Hochschule für Musik und Theater kennengelernt. Als Trio nennen sie sich „Aufg´schlagn“, passend zum Lieblingsinstrument, dem Hackbrett. Dessen Saiten werden mit Schlägeln angeschlagen. Begleitet wurden die rhythmisch geprägten Hackbrett-Stückl wechselweise von Magdalena Geiger an der Harfe oder Veronika Schulz mit der Gitarre.

Angereist aus
der Steiermark

Gäbe es einen Weiten-Preis, so würde dieser der „Kellerstöckl Musi“ verliehen, so Sprecher Martin Wieland. Die Gruppe kommt aus der Steiermark. Musikalisch ist die „Kellerstöckl Musi“ tief in der steirischen Volksmusik verwurzelt. Ihre Musik stecke voller Lebensfreude. Besondere Anerkennung verdiente das fein abgestimmte Zusammenspiel zwischen diatonischer Harmonika, Geige, Bassgeige, Klarinette, Gitarre und Ventilposaune.

Martin Wieland stellte die Musikanten alle vor. Ihn selbst kennt man als Rundfunkmoderator, eine markante Stimme in der bairischen Volksmusikkultur. Als Sprecher kannte er viele unterhaltsame Anekdoten und lustige Geschichten zum Frühjahrsauftakt. Er wusste aber auch die Bedeutung der Passionszeit und des Ostermysteriums entsprechend zu würdigen.

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