Energievoller Folk über Freiheit und Weite

von Redaktion

Die Band Mountain Lake Vista bringt das Publikum im Hilgerhof in Pittenhart zum Grooven

Pittenhart – Wie sich der Sehnsuchtstraum nach Freiheit und Weite anhört, das erlebten die Gäste, die sich im Hilgerhof eingefunden hatten. Die bayerische Folk-Band Mountain Lake Vista machte Laune: ein bisschen Alpen, ein bisschen Adria, ein bisschen USA und ganz viel Lust auf jene Orte, die man nie ganz erreicht, aber dennoch zu kennen glaubt.

Der Blick auf die Bühne vor Konzertbeginn weckte klanglich vielfältige Erwartungen, die nicht enttäuscht wurden: In Reih und Glied warteten etliche Gitarren, E-Bass, Banjo und ein Akkordeon auf ihren Einsatz. „Freeman“ als Auftaktstück stimmte die Zuhörer ein und ließ vermuten, wohin die Abenteuerreise geht. Hinein ins Wandervergnügen: Die Nummer „Wanderlust“ startete langsamen Schritts mit ruhigen Akkorden, erzählte vom ewigen Lächeln und tiefem Atem, die Mensch im Einklang mit der Natur erfährt. Mitreißend war der energievolle Song „Living“, der sich als kraftvolle Lebensbejahung beschreiben ließe. Zu hören waren Songs, die durch dunkle Zeiten tragen können. Manche, erfuhr man, waren gar aus dem Eindruck schwerer Tage inspiriert. Etwa „Some kind of Freedom“ und „Weary eyes“, die aus der lähmenden Unsicherheit zu Corona-Zeiten entstanden sind. Statt technischer Verstärkung gab es hier nur leise Stimmen mit akustischer Gitarrenbegleitung, die den direkten Weg zu den Herzen fanden. In eben diesen leisen Momenten wurde die Qualität eines Musikensembles erkennbar – ein Ineinanderfließen der Singstimmen, ein gemeinsamer Rhythmus, ein harmonisches Einvernehmen, das die Zuhörer hineinzog und mitfühlen ließ. Das macht diese so publikumsnah agierende Folk-Band aus.

Mountain Lake Vista – das sind Vinzenz Semmler (Gesang, Gitarre), Tobias Gmach (Gesang, Gitarre), Sebastian Schaal (Gitarre, Banjo), Giustina Gabelli (Akkordeon, Gesang) und Dominik Schmidt am E-Bass – bediente sich wohltuend einfachen und eben darum so wirkungsvollen Mitteln: eine Mischung aus gemeinsamer Musizierfreude, mannigfaltigen Emotionen und Erlebnissen, die wohl jeder kennt. Wer kennt ihn nicht, den Traum vom Fliegen: „Into the great wide open“, den Spaß am ausgelassenen Feiern mit Freunden, um den es in „Pints up high“ geht oder, in „Wayfarer“, die Sehnsucht im Auf und Ab der Meereswellen. Und dabei wirkt diese Art des Musizierens immer frisch und wohltuend unkompliziert – was den Hilgerhof-Gästen dermaßen gefiel, dass sie sich nach zwei Stunden Konzertvergnügen noch zwei Zugaben erklatschten – gestillte Sehnsucht im Zuhören, Berg- und Seeblick inklusive. Einfach klasse.

Kirsten Benekam

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