Das Leuchten des Maximilian Schmetterer

von Redaktion

Aquarelle des Priener Malers noch bis 3. Mai im Museum Prien

Prien – Die ausdrucksstarken Aquarelle des Priener Künstlers Maximilian Schmetterer sind aktuell im Museum Prien zu sehen. Auf Anregung des Leiters und Kulturbeauftragten der Gemeinde Karl J. Aß wurde als Thema „Vom Reisen …“ gewählt. Gezeigt werden 44 Werke von 2010 bis heute. Damit wird der Besuch der Ausstellung zu einer „kleinen Entdeckungsreise durch sein Leben“, so formulierte es Priens Bürgermeister Andreas Friedrich bei der Eröffnung.

Ein Bild darf
nicht „zu schön“ sein

Der erste Raum der Ausstellung ist dem Chiemgau sowie Salzburg gewidmet. Wie Maximilian Schmetterer erklärte, habe er lange die Region nicht als Motiv genutzt, weil sie „zu schön, zu lieblich“ sei. Schön dürfe ein Bild aber nicht sein, so seine Meinung, das sei langweilig. Das Aquarell „Fischernetze“ auf Frauenchiemsee (Nr. 5) habe er noch nie ausgestellt, es sei ihm zu romantisch, gestand Schmetterer. „Ich ‚verunstalte‘ meine Bilder absichtlich“, erklärte der gelernte Optiker. So sind sie zum Teil leicht verschwommen oder verwischt. Das mache ihren Reiz aus. Dazu spritzt der Aquarellist Wassertropfen auf das fertige Werk oder verwischt das Bild mit leichter Farbe. So verschwinden seine Motive oft hinter „Nebelschwaden“ wie im „Stoppelfeld“ von Höslwang (Nr. 43) oder präsentieren sich im Schneegestöber wie die drei Salzburg-Motive (Nr. 11 bis 13). Im Detail sind sie aber stets akkurat.

Im zweiten Raum begeistern Werke seiner Reisen nach Marokko, Italien, Griechenland und Irland. Die spontanen und intuitiv ausgewählten Motive sind oft von Himmel und Wasser geprägt. Ihm stechen nicht die typischen Sehenswürdigkeiten ins Auge, sondern eher die unscheinbaren Ecken, mit denen er den Reiz des Unauffälligen aufdeckt. Ihn faszinierten Stromleitungen wie beim Bild von Santorin (Nr. 35) oder denen von Irland (Nr. 22 bis 26), in denen auch verwilderte Grabkreuze vor dem Meer zu sehen sind.

Auch Bahnhöfe mit ihren Gleisen und Verkabelungen sind ein häufiges Sujet, das er in München, Hamburg und Köln festgehalten hat. „Das Vor-Ort-Malen in Marokko war besonders schwierig, da die Farben aufgrund der Hitze sehr schnell getrocknet sind“, so der Künstler. Da habe man seine Vorstellung schnell umsetzen müssen. Gerade diese Herausforderung habe ihn gereizt und zur Aquarellmalerei gebracht.

Seit rund 15 Jahren macht er von seinen Eindrücken auch Skizzen und Fotografien, die dann im Atelier in Aquarellfarben übersetzt werden. „Damit die Komposition stimmt, werden Details auch verändert. Das Bild bekommt seine Wirkung durch die Spannung, es muss einen Schwerpunkt haben, ein kleines Detail zu einer großen Fläche oder der Kontrast von Hell zu Dunkel“, erklärte Schmetterer, dessen Malstil auch als zart-poetisch umschrieben wird. Gut zu sehen beim Südtiroler „Kloster Neustift“ (Nr. 29) mit seinem dramatischen stimmungsvollen Himmel. „Alles, was ich kann, habe ich bei dem leider verstorbenen Wiener Professor Heribert Mader in zahlreichen Aufenthalten in der Internationalen Ferienakademie in Bruneck gelernt.“ Auch der bekannte Aquarellist Guntram Funk aus Stuttgart habe zu seinen Lehrmeistern gehört.

Der ewige Reiz
des Neuen

Mittlerweile ist Maximilian Schmetterer seit Jahren selbst Dozent an verschiedenen freien Kunstakademien etwa in Kolbermoor. Wenn ein Bild gelungen sei, bedeute ihm das eine große Freude – allerdings nicht lange, denn schnell stelle sich der Reiz des Neuen ein und er mache sich erneut auf die Suche nach einem weiteren unscheinbaren, aber spannenden Motiv.

Bis 3. Mai

Artikel 4 von 6