Eine Mozartmesse zum Dank

von Redaktion

Andreas Legath spielt seit 50 Jahren ehrenamtlich die Orgel im Altenheim St. Franziskus in Kolbermoor

Kolbermoor – Pauken und Trompeten begleiteten es – ein Konzert, das Andreas Legath zu seinem besonderen Jubiläum ausgewählt hatte. Der Maler und Musiker spielt seit 50 Jahren im Altenheim St. Franziskus in Kolbermoor messbegleitend die Orgel, an kirchlichen Feiertagen mit einem besonderen Festprogramm und immer ehrenamtlich, für Gottes Lohn. Wenn jemand heute Mitte 60 Jahre alt ist, und seit 50 Jahren wirkt, bedeutet dies, dass er mit 14 Jahren begann, öffentlich Orgel zu spielen. Das tat Andreas Legath auf Vermittlung des damaligen Stadtpfarrers Josef Moosleitner. Viel hat er erlebt in diesem Zeitraum, zum Beispiel drei verschiedene Orgeln, drei Heimleiter und vier Geistliche. Mit dem Orgelspiel im Heim begann er auf einem klapprigen Harmonium, das bald gegen eine elektronische Orgel ausgetauscht wurde. Dann erfolgte ein länger dauerndes Sammeln für ein gutes Instrument, und schließlich konnte eine echte Truhenorgel der Firma Eder und Frenger angeschafft werden. Mit diesem hervorragenden Instrument setzte er sein Konzept fort, an besonderen Festtagen mit ausgewählten Sängern und Musikern die Messen von Mozart oder den Gebrüdern Haydn aufzuführen. So kam über die Zeit ein Repertoire von über 30 Orchestermessen zusammen, die in der Kapelle von St. Franziskus dargeboten wurden. Das dazu gegründete Cantate-Ensemble – ein nach Bedarf wechselnder Klangkörper von Sängern und Instrumentalisten – war auch ausschlaggebend für die Gründung der Konzertreihe „Inntaler Klangräume“. Und so kam es, dass die Gottesdienste in der kleinen Kapelle von St. Franziskus bald nicht mehr nur von Heimbewohnern, sondern auch von Auswärtigen besucht wurden. Die herausragenden Sänger und Musiker zogen vermehrt neues Publikum an. Priska Eser, Sopran, Kerstin Rosenfeldt, Alt, Andreas Hirtreiter, Tenor, Thomas Hamberger, Bass und Kaori Mune-Maier, oft auch Hubert Huber an der Orgel, dazu Chor und Orchester des Cantate-Ensembles machten die Gottesdienste stets zu etwas ganz Besonderem. An diesem Jubiläumstag stand Mozarts Missa solemnis, KV 337 auf dem Programm. Es war Mozarts letzte vollständige Messvertonung für das Osterfest im Salzburger Dom. Andreas Legath als Dirigent und musikalischer Leiter führte Sänger und Musiker mit feinem Gespür durch die Messvertonung.

Und natürlich gab es auch Danksagungen an den Jubilar. Pater Klemens, osb., der die Messe zelebrierte, dankte Legath für seine jahrzehntelange musikalische Arbeit. „Andreas, das ist eine große Gnade, dass Du uns diese Zeit zur Verfügung gestellt hast“, merkte er an. Und der Heimleiter Jakob Hartmann würdigte die ehrenamtliche Tätigkeit Legaths mit besonderen Worten. Er habe viele ehrenamtlich Tätige kommen und gehen sehen, aber Andreas Legath sei eine feste Größe diesem Kreis. Er sprach ein von Herzen kommendes Dankeschön aus. Beim anschließenden kleinen Imbiss im Garten des Heims hatte man noch Gelegenheit, die Bronzereliefs zu betrachten, die Legath vor 15 Jahren zum Thema „Der Sonnengesang des heiligen Franziskus“ geschaffen hatte.

Von der brillanten Leistung des Musik-Teams wird besonders das „Sanctus, sanctus“ in Erinnerung bleiben, das wie ein Jubelruf in der im Abendlicht immer heller werdenden Kapelle erklang. bö

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