Bad Endorf – Sehr lebendig geht es zu am morgigen Sonntag in der Ausstellung „Wastl Fanderl (1915 bis 1991) – ein Leben für die Volksmusik“ in Schloss Hartmannsberg bei Hemhof. Die Volksmusikpflege im Landkreis Rosenheim öffnet ihre Ausstellung von 13 Uhr bis 18 Uhr bei freiem Eintritt. Die Besucher sollten eine Tasche mitbringen, denn wiederum gibt es Fanderl-Liederblätter, Hefte seiner 1958 gegründeten „Sänger- und Musikantenzeitung“ und andere Liederhefte und Volksmusikbücher aus der Arbeit des ehemaligen, von Fanderl angeregten „Volksmusikarchivs des Bezirks Oberbayern“ zum kostenlosen Mitnehmen. Schon um 11 Uhr besteht für Interessierte die Gelegenheit, an einem kleinen Gesprächskreis über Wastl Fanderl als „Rundfunkmacher“ teilzunehmen: Ernst Schusser erzählt über die Arbeit von Fanderl für den Reichssender München in den 1930er-Jahren – und seine Sendungen nach dem Krieg bis kurz vor seinem Tod im Bayerischen Rundfunk. Viele werden auch seine sonntägliche Volksmusik-Wunschsendung noch in Erinnerung haben. Dazu gibt es auch Hörbeispiele aus den Jahren vor und nach dem Krieg.
Zur kostenlosen Führung durch die Ausstellungsräume sind die Besucher ab 14 Uhr eingeladen. Da erfahren sie von den Ausstellungsmachern einiges, das nicht auf den Info-Tafeln und in den Vitrinen zu lesen ist. Natürlich ist hier auch Zeit für Fragen und eigene Erinnerungen.
Anschließend um 15.30 Uhr werden gemeinsam Lieder für Kinder gesungen. Kinder singen gern – das hat Fanderl zeitlebens, auch als Volksmusikpfleger des Bezirks in den 1970er-Jahren, verkündet und dazu viele Lieder gestaltet: „Hans, was tuast denn du da?“ ist nur eines davon. Schon 1936 hat Fanderl mit Kindern aus seinem Heimatort Bergen/Chiemgau am legendären Kinderpreissingen in Burghausen teilgenommen. Im generationenübergreifenden Singen von Jung und Alt geht es lustig zu. Alle kleinen und großen Mitsänger erhalten Liederhefte und Liederblätter zum Mitnehmen – dann können die am Nachmittag auswendig mit Eva Bruckner gesungenen Lieder auch daheim weiterklingen. es